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Berufsausbildung:Schulabgänger haben die Wahl

Noch fast tausend offene Ausbildungsplätze

Für Betriebe im Landkreis München bleibt es auch heuer eine große Herausforderung, alle Ausbildungsplätze zu besetzen. Wenige Wochen vor dem Start des neuen Ausbildungsjahres sind laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit noch 953 Lehrstellen offen. Ihnen stehen 553 unversorgte Schulabgänger gegenüber. Rein rechnerisch hat damit jeder Bewerber fast zwei Stellen zur Auswahl, wie die Industrie- und Handelskammer (IHK) mitteilt. "Leider ist die Anzahl der gemeldeten Berufsausbildungsstellen, auch coronabedingt, um mehr als 14 Prozent auf 1992 gesunken", sagt Christoph Leicher, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses im Landkreis München. Gleichzeitig nahm jedoch auch die Anzahl an gemeldeten Bewerbern um fast fünf Prozent ab und lag bei 1155. Für ausbildungsbereite Betriebe sei die Situation daher erneut sehr schwierig, zumal der Corona-Stillstand die Suche nach geeignetem Fachkräftenachwuchs massiv erschwert habe, so Leicher weiter.

Nachdem die Mehrzahl der Betriebe schrittweise wieder zur Normalität zurückkehrt, lohne es sich umso mehr für alle an einer Berufsausbildung Interessierten, mit ihren Bewerbungen nicht nachzulassen. "Die Chancen sind optimal, dass jeder, der einen Ausbildungsplatz will, auch einen findet", so Leicher. Der IHK-Regionalchef verweist zudem auf eine aktuelle Umfrage, wonach drei Viertel der befragten Betriebe angeben, dass die Ausbildung trotz Corona normal weiterlaufe. Leicher geht davon aus, dass es über den Sommer bei den Vertragsabschlüssen zu einem Aufholeffekt kommen wird, nachdem im ersten Halbjahr fast zehn Prozent weniger Verträge abgeschlossen wurden. Durch Corona hätten sich alle Abläufe verzögert. Schnupperpraktika, Ausbildungsmessen und Bewerbungsgespräche konnten meist nicht stattfinden. "Deshalb dürften so manche Ausbildungsverträge mit zwei oder drei Monaten Verspätung abgeschlossen werden."

Den Ende Juni veröffentlichten Zahlen der Arbeitsagentur zufolge ist der Landkreis München mit mehr als 3600 Auszubildenden in fast tausend Ausbildungsbetrieben in Industrie, Handel und Dienstleistungen der größte IHK-Bereich in ganz Bayern. Er steht für knapp 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. Danach folgen Handwerk und freie Berufe.

© SZ vom 09.07.2020 / SZ

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