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Baierbrunn:Startschuss für den Meilenstein

Baierbrunns Gemeinderat billigt Raumplan für Schulerweiterung

Von Udo Watter, Baierbrunn

Ein Meilenstein? Ein historischer Tag? Oder einfach der lang ersehnte Startschuss für einen Bauprozess, der spätestens 2025 in eine Realisierung münden muss? Die Mitglieder des Baierbrunner Gemeinderats haben in ihrer Sitzung am Dienstag das Raumkonzept für die vor einer Erweiterung stehende Grundschule mit Nachmittagsbetreuung einstimmig gebilligt. Konkret geht es um ein, in diversen Workshops und unter maßgeblicher Beteiligung der Schulfamilie, erstelltes Raumprogramm und Konzept zur offenen Ganztagsschule.

Rektorin Konstanze von Unold, die mit Bauamtsleiter Patrick Kohlert die Eckpunkte vorstellte - und für die der Auftritt in der als Sitzungssaal fungierenden Schulturnhalle quasi ein Heimspiel war - unterstrich die Dringlichkeit: "Wir müssen den Rechtsanspruch auf ganztägige Bildung umsetzen." Das muss bis 2025 geschehen sein, sodass die jetzige Interimslösung mit Containern spätestens dann Geschichte ist. "Das Modell des offenen Ganztags ist ein Ablösungsmodell für die Mittagsbetreuung", sagt sie über die künftige Betreuungsform.

Weitere Punkte: Man geht künftig von zehn Klassen aus - im Moment verteilen sich gut 170 Schüler auf acht, respektive bald neun Klassen. "Die Prognose ist, dass wir mehr Kinder bekommen und übernächstes Schuljahr ein Peak erreicht wird", so Unold. Zudem sollen keine externen Veranstaltungen während des Schulbetriebs mehr möglich sein, das Gebäude wird keine Versammlungsstätte und die Hausmeisterwohnung könne künftig auch anderweitig genutzt werden. Über den letzten Punkt war man sich noch nicht einig, aber das gesamte Konzept ist ohnehin erst eine "grobe Richtschnur", wie Kohlert sagte. Es gehe für die Verwaltung darum, mit dem Auftrag des Gemeinderats das Konzept an die zuständigen Behörden zu leiten und nächste Schritte zu initiieren. Wichtig: Das Raumprogramm wäre nach einer Umstrukturierung voll förderfähig. Auch das pädagogische Konzept, im dem die Raumgruppe zu begründen sind, wurde angepasst.

All das bedeutet nun den Schritt von der so genannten Leistungsphase null - "der Planung vor der eigentlichen Planung" (Kohlert) hin zur Phase eins. Was nun folgen wird, ist unter anderem ein Ideenwettbewerb. Daher fielen tatsächlich Worte wie "Meilenstein" und "historischer Tag" in der Sitzung. Letzteres sagte Altbürgermeisterin Christine Kammermeier (SPD), die sich aber darüber beklagte, dass die Öffentlichkeit erst spät über die (bisher teilweise nicht öffentlich vorgestellten) Eckpunkte informiert worden sei, und sie sich als neue Gemeinderätin mehr Zeit ausbedungen hätte, sich mit dem für sie bisher unvertrauten Konzept auseinanderzusetzen. Zudem plädierte sie dafür, dieses erst einmal noch ausführlicher im Bauausschuss zu besprechen, bevor jetzt sofort darüber im Gemeinderat entschieden würde.

Bürgermeister Patrick Ott (Überparteiliche Wählergruppe) entgegnete, dass viele Entwicklungsschritte öffentlich erfahrbar gewesen seien und dass es ja auch die Verantwortlichen der Schulfamilie und nicht Gemeinderäte waren, die federführend mitwirkten. Andere wie Barbara Kuhn (Grüne), Sascha Lechner und Gisela Gojczyk (beide ÜWG), betonten gegenüber Kammermeier, dass man "so viel Vertrauen in den alten Gemeinderat" schon haben könne, der das Raumkonzept auch noch in der alten Amtsperiode verabschieden wollte, um jetzt, ohne weitere wochenlange, verzögernde Nachbetrachtung, einen Beschluss zu fassen. Die Altbürgermeisterin grummelte zwar, sie sei inhaltlich nicht ganz überzeugt, hob aber schließlich auch ihre Hand zur Billigung.

© SZ vom 09.07.2020

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