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Baierbrunn:Neuer Geschäftsleiter

Matteo Dolce wird neuer Geschäftsleiter der Gemeinde.

(Foto: Claus Schunk)

Die Entscheidung fiel einstimmig und "in Rekordzeit", wie Bürgermeister Patrick Ott (ÜWG) betont. Der Gemeinderat von Baierbrunn hat am Dienstagabend in kurzer nichtöffentlicher Sitzung Matteo Dolce zum neuen Geschäftsleiter der Gemeinde bestimmt. Der 30-Jährige hatte sich in den vorherigen Tagen bereits in Gesprächen den Fraktionen vorgestellt und offenbar einen mehr als passablen Eindruck hinterlassen - ebenso wie bei Ott und den relevanten Mitarbeitern im Rathaus: "Er hat uns nicht nur durch seine hervorragende Qualifikationen, sondern auch menschlich überzeugt", so der Bürgermeister. Dolce, der die Nachfolge der nach Höhenkirchen-Siegertsbrunn abgewanderten Nina Schierlinger antritt, arbeitet derzeit noch bei der Landeshauptstadt München im Referat für Bildung und Sport. Neben seiner Ausbildung als Verwaltungsfachangestellter hat er unter anderem ein Jurastudium mit Schwerpunkt "Öffentliches Recht" abgeschlossen. Im Landkreis bekannt ist der gebürtige Italiener, der in Schwabing aufgewachsen ist, freilich besonders als Ortsvereinsvorsitzender der Taufkirchner SPD. Im März unterlag er als Bürgermeisterkandidat der Sozialdemokraten dort dem von der CSU nominierten Amtsinhaber Ullrich Sander im ersten Wahlgang. Dass sein neuer Geschäftsleiter auch ein politischer Kopf ist, gefällt Patrick Ott. "Ich finde das super, dass er nicht nur aus verwaltungsrechtlicher Perspektive betrachtet, sondern auch erkennen kann, was eventuell politisch passen muss." Dolce sieht ebenfalls Vorteile darin, dass er neben der "Verwaltungsbrille" Dinge durch die "politische Brille" zu sehen vermag, betont aber: "Es gibt eine klare Rollentrennung. Ich arbeite natürlich nach Recht und Gesetz." Notiz am Rande: Auch der Baierbrunner Bauamtsleiter Patrick Kohlert ist neben seinem Beruf politisch aktiv: Er sitzt für eine parteifreie Gruppierung im Geretsrieder Stadtrat. Für Dolce, der seinen neuen Job wohl im Spätherbst antreten wird und der in der Verwaltung "den Vollzug von Politik" sieht, ist die Aufgabenvielfalt als Geschäfts- und Hauptamtsleiter ebenso reizvoll wie die Möglichkeit, sich für die Bürger einzusetzen: "Ich arbeite gern für die Kommunen. Man ist nahe dran an den Bürgern."

© SZ vom 27.08.2020 / wat

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