Aying:Der lange Weg zum neuen Feuerwehrhaus

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Aying: Das Ayinger Feuerwehrhaus ist laut Bürgermeister Wagner "eines der engsten und schlechtesten Feuerwehrhäuser im ganzen Landkreis".

Das Ayinger Feuerwehrhaus ist laut Bürgermeister Wagner "eines der engsten und schlechtesten Feuerwehrhäuser im ganzen Landkreis".

(Foto: Claus Schunk)

Das Domizil der Einsatzkräfte ist viel zu klein. Die Gemeinde hat ein Grundstück für den Neubau gefunden. Doch wann der steht, ist völlig unklar

Von Michael Morosow, Aying

Seit mehr als 20 Jahren fordert die Kreisbrandinspektion des Landkreises den Neubau eines zeitgemäßen Feuerwehrhauses in Aying. "Wir haben eines der engsten und schlechtesten Feuerwehrhäuser im ganzen Landkreis", weiß auch Bürgermeister Peter Wagner (CSU). In seiner Sitzung am Dienstag hat der Gemeinderat einen großen Schritt zur Verwirklichung des lange geplanten Vorhabens gemacht. Per einstimmigen Beschluss ermächtigte das Gremium Wagner, in die Neubauplanung auf Basis des bereits vorliegenden Feuerwehrkonzepts einzusteigen.

Zwar ist die Finanzierung wie in den Jahren zuvor auch nunmehr nicht gesichert, aber ein weiteres Aufschieben der dringlichen Maßnahme betrachtet man in der Südgemeinde inzwischen als brandgefährlich. "Die Gemeinde, die den Brandschutz als Pflichtaufgabe zu verantworten hat, muss daher dringend für Abhilfe sorgen und die Planung eines neuen Feuerwehrhauses vorantreiben", heißt es dazu in der Beschlussvorlage der Verwaltung.

Den Grundsatzbeschluss zum Neubau hatte der Gemeinderats vor knapp zwei Jahren gefasst, zu einem Zeitpunkt, da noch nicht einmal die Standortfrage endgültig geklärt war. Inzwischen hat der Grundstücksbesitzer, das Erzbischöfliche Ordinariat, die 5000 Quadratmeter große Fläche am Wasserhäusl zwischen Aying und Peiß nach langem Hin und Her im Tausch an die Gemeinde abgetreten. Bis die ersten Bagger anrollen, wird es jedoch noch einige Zeit dauern. Wenn nicht das Problem mit der Corona-Pandemie bestünde, so Bürgermeister Wagner, würde er mit einem Baubeginn in zwei Jahren rechnen, so aber sei eine Terminbestimmung ein Blick in die Glaskugel.

Als nächste Schritte im kommenden Jahr werden Vorgespräche mit Feuerwehr und Planern geführt, eine Kostenschätzung erstellt und die Finanzierung geprüft - wieder einmal. Ende 2022 sollen die Ergebnisse der Vorprüfungen dem Gemeinderat vorgestellt werden. "Bis dahin wissen wir, ob wir das finanzieren können", sagte Wagner am Mittwoch zur SZ. Zu den Kosten gibt es noch keine seriösen Schätzungen, weil zu viele Parameter noch ungewiss sind. Noch weiß man nicht einmal, ob ein oder zwei Gebäude gebaut werden müssen, wie das Feuerwehrhaus situiert werden wird, ob und mit welchen staatlichen Förderungen die Gemeinde rechnen kann und ob ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben werden muss. "Sind wir bei fünf bis sechs oder eher bei acht bis neun Millionen Euro? Das wissen wir nicht", sagt Wagner. Für die Planungen werde die Gemeinde demnächst 30 000 bis 60 000 Euro in den Haushalt einstellen.

Aus dem alten Feuerwehrhaus würden die Einsatzkräfte lieber heute als morgen ausziehen. "Das Gebäude platzt aus allen Nähten", sagt Wagner, der Feuerwehrnachwuchs sitze im Keller, der Schulungsraum sei viel zu klein. Und außerdem besteht nach Darstellung der Rathausverwaltung beim Ein-und Ausfahren eine erhebliche Unfallgefahr und sei es in der Vergangenheit auch schon zu Schäden gekommen.

Bislang hätten Kommandanten und Gerätewarte mit viel Fleiß und Eigenleistungen versucht, das Beste as der Situation zu machen, aber die Möglichkeiten seien nun erschöpft.

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