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Aying:Auf den Arm nehmen

Aktion für einen guten Zweck: Magdalena Raeder, Patricia Hermann, Bettina Jentges und Martina Prankl (jeweils mit Baby von links nach rechts).

(Foto: privat)

Mütter starten Online-Challenge zur Unterstützung von Hebammen

"Danke dir, Stephi." Wie oft Martina Prankl diesen Satz ihrer Hebamme gesagt hat, weiß sie heute nicht mehr. Aber an das Versprechen erinnert sich Martina noch: Ich mach mich stark für die Hebammen! Zum Internationalen Hebammentag am Samstag hat die Mutter aus Aying die Initiative ins Leben gerufen "Wir machen uns stark für Hebammen". Mit dem Hashtag #HebArme ruft sie in sozialen Netzwerken zu einer Online-Challenge auf.

Die Ayingerin hat zwei Ziele: die Wertschätzung für Hebammen in der Gesellschaft zu stärken und Spenden zu sammeln für die Organisation Mother Hood, eine Bundeselterninitiative zum Schutz von Mutter und Kind während Schwangerschaft, Geburt und erstem Lebensjahr. "Unsere Johanna kam fünf Wochen zu früh zur Welt", erinnert sich Martina Prankl. "Nach einer Woche im Krankenhaus durften wir heim. Meine Hebamme kam zwei Wochen lang jeden Tag und unterstützte mich nicht nur praktisch bei meinem Wunsch zu stillen, sondern auch mental. Ohne ihre Zuwendung und Tipps hätte ich aus Frust wahrscheinlich aufgegeben."

Im Geburtsvorbereitungskurs der Hebamme lernte Martina andere werdende Mütter kennen. Diese erinnern sich ebenfalls an ihre Schwangerschaft und die Geburt ihres Kindes. So erzählt Vroni Schröder aus Aying: "Ich hatte eine Wochenbettdepression. Ohne Hebamme hätten wir die schwere Zeit nicht so überstanden. Sie kam jeden Tag zu uns nach Hause, auch an den Weihnachtsfeiertagen, und half meinem Mann mit unserem Baby, während ich im Krankenhaus sein musste." Manuela T. erzählt: "Die Untersuchungsergebnisse meiner Zwillingsschwangerschaft verunsicherten uns. Meine Hebamme hat meinen Mann und mich unterstützt, die richtigen Entscheidungen zu treffen."

Die angehenden Mütter besuchten Geburtsvorbereitungskurse, wurden im Wochenbett betreut, profitieren von Rückbildungskursen und bekamen Hilfe bei der Zubereitung der Beikost. "Diese Leistungen sind enorm wichtig und sollten von der Politik und Gesellschaft wahrgenommen, geschätzt und honoriert werden", findet Martina Prankl. Gemeinsam mit ihren Freundinnen fordert sie eine flächendeckende Versorgung durch Hebammen in der Region, eine Betreuung in der Klinik ohne zeitlichen Druck durch zu hohe Arbeitsdichte sowie eine angemessene Honorierung der freiberuflichen Hebammen.

So läuft die Challenge "#HebArme" ab: Eine Mutter wird für die Teilnahme in einem Video nominiert. Sie muss eines ihrer Kinder mit ausgestreckten Armen für zehn Sekunden hoch halten. Schafft es die Teilnehmerin, hat sie die Challenge bestanden und nominiert weitere Mütter. Schafft sie es nicht, spendet sie zehn Euro an Mother Hood. Zur Dokumentation dient ein Handy-Video. Teilnehmen kann jeder über Facebook, Instagram oder Whatsapp.

© SZ vom 07.05.2018 / lb
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