Aschheim Blühende Streifen

Aschheim will Pächter beim Artenschutz einbinden

Die Gemeinde Aschheim will mehr für den Artenschutz tun und wird dafür auf zwei Wegen aktiv. Angeregt hat dies Gemeinderat Florian Meier (CSU) und fand im Gremium eine große Mehrheit für seine Anträge. "Artenschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, nicht nur eine der Landwirtschaft", sagte Meier vor dem Hintergrund des Volksbegehrens "Rettet die Bienen", das in Bayern großen Zulauf erlebt hat. Mit seinen Anträgen zielte er daher sowohl auf die Kommune als auch auf den einzelnen Bürger ab.

So einigten sich die Kommunalpolitiker einerseits darauf, dass die Gemeinde künftig die Pächter ihrer gemeindlichen Flächen verpflichten will, auf mindestens fünf Prozent des gepachteten Geländes Blühstreifen anzusäen. Die Gemeinde habe hier als öffentlicher Grundstückseigentümer eine besondere Verpflichtung, gerade vor dem Hintergrund des hohen Flächenverbrauchs und des steigenden Freizeitdrucks in der Region, argumentierte der Antragsteller. Greifen soll die neue Regelung bei der nächsten Verlängerung der Pachtverträge oder einem Neuabschluss; üblicherweise laufen die Pachtverträge in Aschheim für ein Jahr und werden dann verlängert. Der Antrag fand große Zustimmung. Christian Böltls Anregung, den Landwirten dafür fünf Prozent der Pacht zu erlassen, wurde hingegen nicht berücksichtigt.

In einem zweiten Schritt will Aschheim auch privaten Gartenbesitzer stärker für den Artenschutz sensibilisieren. Was jeder Bürger in den heimischen Beeten für Flora und Fauna tun kann, soll Schwerpunktthema bei den kommenden Umwelttagen der Gemeinde sein. Dort sollen Referenten interessante Anregungen geben. Außerdem sollen sich die Aschheimer kostenlos eine bienenfreundliche Saatmischung mit nach Hause nehmen dürfen. Dies soll sogar schon früher geschehen - die Gemeinde habe eine solche Samenausgabeaktion, wie sie viele Kommunen gerade vormachen, bereits angestoßen, sagte Bürgermeister Thomas Glashauser (CSU).