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Laim:Fast so wie früher

Bei der Feier zum 50-jährigen Bestehen der Grundschule an der Droste-Hülshoff-Straße gibt es viel Lob für den Bildungsbetrieb - und die Kinder zeigen auf der Bühne, wie der Unterricht in den Siebzigerjahren ablief

Von Lea Weinmann, Laim

Schon als die Grundschule an der Droste-Hülshoff-Straße vor 50 Jahren eröffnete, spielte Ulla Siebert auf der Bühne Flöte - damals noch als siebenjährige Schülerin. Zur Jubiläumsfeier eben dieser Grundschule stand die 57-Jährige am Freitagvormittag wieder am Rednerpult, dieses Mal als Schulleiterin. Oft geht Siebert durch die Klassenzimmer und denkt sich: "Sieht alles fast so aus wie früher", nur kam es ihr damals viel größer vor.

Auf den zweiten Blick hat sich in 50 Jahren Schulgeschichte aber doch so einiges geändert "an der Droste", wie Lehrer und Kinder ihre Schule liebevoll nennen. "Es ging zu meiner Zeit viel strenger, frontaler, aber auch respektvoller zu", erinnerte sich Siebert. In ihrer Kindheit, während der Sechzigerjahre, wuchs der Stadtteil Laim schnell an, viele Kinder kamen ins Viertel, die alle eine Schule besuchen mussten. Im Schnellverfahren entstand deshalb 1968 ein Fertigbau, der nicht nur Platz für die 270 Schüler in acht Klassen bot, sondern - wie Pfarrer Bernhard Bienlein bei der Feier erzählt - auch die Pfarrgemeinde St. Philippus während ihrer ersten Gottesdienste beherbergte, als die noch keine eigene Kirche hatte.

Damals in der "Droste": Schüler der Theater AG machen vor, wie das in den Klassenzimmern ablief, als ihre Eltern die Schulbank drückten.

(Foto: Stephan Rumpf)

Zwei große bauliche Einschnitte hat die Einrichtung hinter sich. Anfang der Neunzigerjahre brachte eine hohe Belastung der Klassenräume mit dem giftigen chemischen Bauschadstoff PCB die Grundschule in die Schlagzeilen. Das Gebäude musste aufwendig grundsaniert und das belastete Fugenmittel ausgetauscht werden. Die zweite Sanierung zog sich von 2013 bis zum Sommer dieses Jahres hin. Neben verbesserter Akustik und neuen Toiletten leuchten die Schulwände seitdem in bunteren Farben. Den "Sanierungsstau", der für die lange Umbauzeit verantwortlich war, räumte Stadträtin Verena Dietl in ihren Grußworten ein und bedankte sich für die Geduld. Die gebürtige Laimerin sprach von einer "persönlichen Verbindung" zur Grundschule: Ihre Mutter drückte in der "Droste-Schule" früher die Schulbank und auch ihr eigener Sohn wird in zwei Jahren dort eingeschult.

Vergangenes und Neues lagen bei der Jubiläumsfeier in der Turnhalle an diesem Vormittag sehr nahe beieinander. Nicht nur, dass bei der Feier mit 70 Gästen sowohl ehemalige als auch aktuelle Schulleiter, Lehrer und Schüler zusammen saßen, die Kinder verbanden Tradition und Moderne auch in ihren musikalischen Aufführungen: Der Schulchor sang Heinz Erhardts Gedicht "Die Made", die Theater-AG spielte mit einem zwinkernden Auge Unterrichtsszenen aus der "Droste-Schule" der Siebzigerjahre; die Tanz-AG legte einen Zwiefachen aufs Parkett.

Zu der Jubiläumsfeier kamen gut 70 Gäste, darunter der ehemalige Schulleiter und Vertreter der städtischen Referate.

(Foto: Stephan Rumpf)

Die musikalische und kulturelle Bildung liegt der Grundschule besonders am Herzen, das zeigte sich nicht zuletzt durch die Gruppe kleiner Musiker, die vor der Bühne geschickt auf Streichinstrumenten musizierte. Susanne Kähne vom Referat für Bildung und Sport lobte, dass Inklusion an der Schule "nicht nur ein Label" sei, sondern täglich gelebt werde. Die Schule arbeitet mit dem Sonderpädagogischen Förderzentrum zusammen und integriert damit beeinträchtigte Kinder ins Schulleben. Zum "Geist der Schule" passe auch ihr Leitspruch, ergänzte Anton Zenz vom Schulamt. Es ist ein Zitat der Namensgeberin Droste-Hülshoff: "Nimm' mich, wie Gott mich hat gemacht."

© SZ vom 06.10.2018

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