Laim Aussicht auf Aussicht

Gute Nachrichten für die Mieter der Siedlung Alte Heimat in Laim: Die Gewofag lässt die seit Monaten vernagelten Balkone kurzfristig sanieren oder in bodentiefe Fenster umwandeln

Von Andrea Schlaier, Laim

Bereits ein halbes Jahr leben einige Mieter in der maroden Siedlung Alte Heimat in Laim hinter zugenagelten Balkonen. Und für viele in den kleinen Räumen heißt das: stark verdunkelt. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewofag hatte sie als Verwalterin wegen mangelnder Verkehrssicherheit mit Schalenbrettern zunageln lassen - zum Ärger der Bewohner und des Alte Heimat Arbeitskreises (Aha). Nach einer Begehung mit Vertretern der Gewofag, des Kommunalreferates als Eigentümer, Bewohnern, Bezirksausschussmitgliedern und Stadträten sei man nun zu einer einvernehmlichen Lösung gekommen, teilt die Gewofag mit.

Die Siedlung soll in mehreren Schritten und in großem Stil saniert werden. Losgehen wird es nicht vor 2016, wie die zuständigen Planer die Laimer im März haben wissen lassen. Untersuchungen an den Balkonen, heißt es von Seiten der Gewofag, hätten aufgrund des schlechten baulichen Zustands dazu geführt, dass 31 der 345 Balkone gesperrt werden mussten. Da das aber quasi über Nacht geschehen war und sich Menschen in ihrer eigenen Wohnung eingesperrt gefühlt hatten, schlugen die Mieter und in der Folge auch der Bezirksausschuss Alarm.

Jetzt, so ein Sprecher der Gewofag, sei eine Lösung gefunden worden: Die gesperrten Balkone werden entweder kurzfristig saniert oder in französische Balkone, also bodentiefe Fenstertüren, umgewandelt. Das geschehe im Abgleich mit dem städtebaulichen Entwicklungskonzept für die gesamte Anlage mit ihren etwa 1000 Bewohnern, das allerdings noch dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt werden müsse.

Die nicht sanierungsfähigen Balkone an der Zschokkestraße würden weitgehend abgebrochen und durch eine französische Fensterkonstruktion ersetzt. "Die Sanierung der Balkone im Bereich südlich des Kiem-Pauli-Wegs wird bei den geplanten Instandsetzungsmaßnahmen zeitlich vorgezogen: Die Geländer werden abgebrochen und kurzfristig saniert beziehungsweise ersetzt", erläutert ein Gewofag-Sprecher. In den Fällen biete das Kommunalreferat den Mietern der Zschokkestraße frei werdende Wohnungen im Kiem-Pauli-Weg an. "Nach den Sanierungen können die Holzabsperrungen der Balkontüren kurzfristig wieder entfernt werden."

Die Reaktion des Alte Heimat Arbeitskreises, der die Mieter vertritt, ist wohlwollend: "Wir begrüßen ausdrücklich sowohl das Umzugsangebot an die Bewohnerinnen und Bewohner als auch den Vorschlag, die bislang gesperrten Balkone an der Zschokkestraße zu entfernen und die gesperrten Balkone südlich des Kiem-Pauli-Weges in der Instandsetzung vorzuziehen." Die Notlage der Bewohner sei sehr ernst genommen worden: "Wir sind beeindruckt vom großen Interesse der Öffentlichkeit an unserer Situation und dass wir Gehör gefunden haben."

Positiv äußert sich auch Gewofag-Geschäftsführer Klaus-Michael Dengler: "Wir sind froh, dass wir im Dialog mit allen Beteiligten, dem Eigentümervertreter, der Mietervertretung und der Politik die Frage der Balkone wieder ins Gleichgewicht bringen konnten." Das stimme, vorbehaltlich des Stadtratsbeschlusses, zuversichtlich für die Umsetzung des gesamten Entwicklungskonzeptes.