bedeckt München 15°

Kommentar:Auf Augenhöhe

Der Umbau des Autobahnrings A 99 und die Sanierung des Allacher Tunnels stößt bei der Bevölkerung im Norden auf großes Entsetzen. Aber es gibt nur eine Möglichkeit: Nicht lamentieren, sondern nach verträglichen Lösungen suchen

Von Anita Naujokat

So kann es also auch gehen: Indem man den Dialog sucht, mit offenen Karten spielt, zuhört, auf Augenhöhe debattiert, Ideen und Anregungen einholt und zulässt und den Blick weitet für alle sich bietenden Möglichkeiten. Dazu könnten auch ein paar mehr Bürger zählen, die vom Auto aufs Rad umsteigen.

Der Niederlassung Südbayern der Autobahn GmbH des Bundes ist durchaus klar, dass der Umbau des Autobahnrings A 99 zwischen den Dreiecken München-Allach und München-Feldmoching und die Sanierung des Allacher Tunnels in dem Streckenabschnitt ein harter Brocken für alle Beteiligten und Betroffenen werden wird. Schon frühzeitig vor drei Jahren war sie, damals noch als Autobahndirektion Südbayern, mit Plänen für einen achtstreifigen Ausbau wie im Bundesverkehrswegeplan bis 2030 vorgesehen, an die Öffentlichkeit gegangen. Die hatten sich dann eineinhalb Jahre später darauf reduziert, die Seitenstreifen so auszubauen, dass sie temporär für den Verkehr des dauerhaft überlasteten Abschnitts freigegeben werden können. Bis die Experten dann feststellten, dass auch eine Sanierung des 1997 in Betrieb gegangenen Allacher Tunnels dringend fällig war und in einem eigentlich wegen der Streifen-Freigabe anberaumten Punkt im örtlichen Bezirksausschuss Ende 2019 darüber informierten. Alternativ müsste das Bauwerk irgendwann geschlossen werden.

Das Entsetzen in der Bevölkerung ist verständlich, jahrelange Bauzeit, Staus und Schleichverkehr. Zumal es zwischen dem überlasteten Norden Allachs und der benachbarten Kommune Karlsfeld seit Langem an einem übergreifenden Verkehrskonzept fehlt. Doch an dem Autobahnprojekt kommt niemand vorbei. Statt zu lamentieren, sind für verträgliche Lösungen jetzt alle gefragt. Die Offerte steht, den angebotenen konstruktiven Dialog aufzunehmen. Und bis zum Start der Bauarbeiten ist für alle Seiten noch Zeit, Ideen zur Entlastung der betroffenen Menschen rechts und links zu entwickeln und dann auch voranzubringen.

© SZ vom 21.06.2021
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB