Hohlmeiers Enthüllungen Hoffnungsträgerin im Abseits

Klar scheint auf jeden Fall, dass Monika Hohlmeier in der turbulenten Sitzung mit ihren Münchner Kreisvorsitzenden am Freitag ihre Parteikollegen massiv unter Druck gesetzt hat. Und dass damit eine Eigendynamik in Gang gesetzt wurde, die sie letztlich überrollte. Auch wenn Hohlmeier beteuert, es gebe kein Dossier - ihre Kollegen haben den Vorgang anders erlebt, vor allem aber ganz anders empfunden. "Natürlich war das eine Drohung", sagt ein Mitglied des Bezirksvorstandes. Die Teilnehmer seien "ziemlich geplättet" gewesen, als Hohlmeier einen Ordner auf den Tisch gelegt, ihn aufgeschlagen und gesagt habe, da sei über jeden etwas drin.

Bevor sie Spaenle anging, soll sie einen Zettel aus dem Ordner gezogen haben, berichten zwei Teilnehmer der Sitzung. Das würde für die Version sprechen, dass Hohlmeier sich für die Sitzung eigens mit Belastungsmaterial munitioniert hat. "Die hatte das griffbereit dabei", erzählt einer, der dabei war. "Wer sowas hat, der hat das vorbereitet", zürnt ein ebenfalls beteiligter CSU-Kreisfürst. In dem Landtagszimmer, in dem die Runde zusammensaß, wurde es sehr laut, Hohlmeiers Gesprächspartner drohten zu gehen, "wenn du nicht sofort aufhörst mit dem Schmutz". Solche Methoden, meint ein Teilnehmer, "kommen sonst nur in der Mafia vor."

Es folgen Turbulenzen, die mit Hohlmeiers Rücktritt noch nicht beendet sind. Am Mittwochmittag treffen sich die Münchner CSU-Landtagsabgeordneten zum Mittagessen, in einer Sitzungspause, in einem Nebenzimmer der Landtagsgaststätte. Auch Stadtratsfraktionschef Hans Podiuk und der Bundestagsabgeordnete Johannes Singhammer, Hohlmeiers Vorgänger als CSU-Bezirkschef, sind dabei. Danach haben plötzlich alle Teilnehmer der Freitags-Sitzung Erinnerungsschwierigkeiten.

Offenbar hat man sich verständigt, keine weiteren Details preiszugeben. "Ach", sagt der Abgeordnete Thomas Zimmermann, "ich habe den Tag ausgeblendet." Der designierte neue Bezirkschef Otmar Bernhard will nicht einmal bestätigen, dass die Freitagsssitzung tatsächlich im Landtag stattfand. "Ich will eine Sitzung aus der Vergangenheit nicht weiter kommentieren", wimmelt Bernhard alle Fragen ab. Auch Ludwig Spaenle, der am Vormittag noch bestätigt hatte, Hohlmeier habe eine Bemerkung über seine Frau gemacht, will plötzlich gar nichts mehr sagen. Allerdings muss auch Hohlmeier zurückstecken und ein bereits angekündigtes Krisentreffen ihres Bezirksvorstands wieder abblasen. Der sollte ihr dabei eine Ehrenerklärung ausstellen - nur wollen die Vorständler eben das nicht: "Dazu gibt sich keiner her", sagt einer von ihnen.