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Hohlmeiers Enthüllungen:Hoffnungsträgerin im Abseits

Trotz des angekündigten Rücktritts vom CSU-Bezirksvorsitz nimmt der Druck auf Monika Hohlmeier weiter zu. Nach den Enthüllungsdrohungen steht auch ihre Zukunft als Kultusministerin auf dem Spiel.

Der neue Tag fängt für Monika Hohlmeier so schlecht an, wie der alte geendet hat. Am Dienstagabend erst hat sie ihren Rücktritt vom Münchner CSU-Bezirksvorsitz angekündigt. Doch am Mittwoch geht alles wieder von vorne los. Vor dem CSU-Fraktionssaal im Landtag warten Journalisten auf Bayerns Kultusministerin und wollen wissen, was es mit dem Skandal-Dossier auf sich hat, mit dem sie angeblich ihre Parteifreunde unter Druck gesetzt hat. "Alles Quatsch", beteuert Hohlmeier, "es gibt kein Dossier. Ich habe noch nie in meinem Leben jemanden bedroht." Danach nimmt sie Platz auf der Regierungsbank, wo sie sich die Rücktrittsforderungen der Opposition anhören muss. Das Lächeln auf ihrem Gesicht wirkt ziemlich gespielt.

Monika Hohlmeier bei der Ankündigung ihres Rücktritts vom Bezirksvorsitz

(Foto: Foto: dpa)

Der Münchner CSU-Abgeordnete Ludwig Spaenle lächelt nicht, er läuft mit ernster Miene durch die Gänge. Spaenle zählt zu den schärfsten Kritikern von Hohlmeier und gilt als neue Hoffnung für die desolate Münchner CSU. Zumindest bis jetzt. Denn so unterschiedlich die Versionen über das ominöse Dossier auch sind, eins wird am Mittwoch deutlich: Die Drohungen Hohlmeiers galten vor allem Spaenle und dessen Frau. Details will er nicht nennen, im Laufe des Tages sickert freilich durch, was Hohlmeier am Freitag in der Krisensitzung der Münchner CSU-Führung gesagt haben soll. "Deine Frau hat doch auch schon bei Wahlen betrogen", soll sie Spaenle nach übereinstimmenden Aussagen von Teilnehmern an den Kopf geworfen haben. Spaenles Frau Miriam ist Kreisvorsitzende der Frauenunion in München-Schwabing, dem Stimmkreis ihres Mannes. Zwar hat Münchens oberste CSU-Frau Elisabeth Schosser von solchen Vorwürfen "nie etwas gehört, obwohl ich von Beschwerden als erste hören müsste". Doch in der intriganten Münchner CSU brechen in diesen Tagen alle Dämme der Zurückhaltung.