Hockey Heimatlos

Die Bundesligisten des MSC spielten an der Eberwurzstraße.

(Foto: Claus Schunk)

Die Hockey-Spieler des Münchner SC wissen oft nicht, wohin

Von Robert Meyer

Seit mittlerweile zwölf Jahren stehen die Hockeyteams des Münchner SC ohne eigene Halle da. Als 2006 die Eislaufhalle in Bad Reichenhall einstürzte, ließ der Vorstand seine damals fast 30 Jahre alte Spielstätte an der Eberwurzstraße überprüfen. Dabei stellte sich heraus, dass bei Planung und Bau gravierende Fehler gemacht wurden - das Gebäude musste aus Sicherheitsgründen geschlossen werden.

Seither ist die Hallensituation "angespannt", sagt Michael Nahr, Erster Vorsitzender des Münchner SC. Den maroden Bau auf dem eigenen Gelände könne man nicht mehr sanieren, dafür fehle das Geld. Zuletzt platzten dann auch noch die Pläne für ein Leistungszentrum auf Vereinsgrund - das Projekt war einfach zu teuer.

Entsprechend groß ist die Freude bei Nahr über den Vorschlag der SPD, eine neue Sporthalle für die Münchner Vereine prüfen zu lassen. "Wir begrüßen das sehr", sagt Nahr, dessen Hockey-Teams nur schwer eine Spielstätte finden könnten. Im Winter, während der Hallensaison, wisse man oft nicht, wohin. Der Wechsel vom Feld in die Halle nehme zudem anderen Sportarten Kapazitäten weg. Schon seit vielen Jahren müssen die ersten Mannschaften des Münchner SC in die Allacher Halle ausweichen. Die Stadt biete keine Sportstätte, in der mindestens 500 Zuschauer Platz fänden, die aber gleichzeitig nicht zu groß ist, so Nahr. Die Olympiahalle sei für eine "Randsportart" wie Hockey viel zu groß. Zu Heimspielen der Herren kämen in aller Regel bis zu 400 Zuschauer, bei den Damen seien es etwas weniger. "Für unsere Verhältnisse" wäre eine Halle mit 2500 Plätzen, wie sie jetzt die SPD fordert, eigentlich "zu groß", sagt Nahr. Bei den Finalrunden der Bundesliga aber - sowohl die Damen als auch die Herren des MSC spielen in der ersten Hallenhockey-Liga - würde man so ein Stadion schon vollkriegen.

Außerdem boome das Jugendhockey, sagt Nahr. Die deutschen Hockey-Nationalmannschaften spielen in der Weltspitze mit und betreiben damit Werbung für ihren Sport. Die Herren sind auf dem Feld Rekord-Europameister und zweimaliger Weltmeister, bei den Olympischen Spielen vor zwei Jahren holten die Herren und die Damen Bronze. Bei der Hallen-WM im Februar sicherten sich die Damen den Titel, die Herren wurden Zweiter. Auch solche internationalen Events hat Nahr im Hinterkopf, wenn er an eine neue Halle denkt. Aktuell seien größere Hockey-Wettbewerbe in München nicht durchführbar.

Ein optimaler Standort für eine neue Halle wäre für Nahr der Olympiapark. Erst vor Kurzem hat der Stadtrat die Rahmenbedingungen für ein gemeinsames Stadion der FC Bayern Basketballer und des Eishockeyclubs EHC Red Bull auf dem Gelände des ehemaligen Olympia-Radstadions beschlossen. Jetzt fehlt eigentlich nur noch Hockey.