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Hertzkammer:Märchentechno

DJ Bebetta legt im Harry-Klein-Livestream auf

Von Vivian Harris

Es gibt immer ein Happy End, wann und wo ist egal, und im besten Fall kann man eine Moral ableiten. Das klassische Märchen erzählt die Berliner DJ Bebetta mit melodischen Hooks, die von deepen, treibenden Drums getragen werden, sphärischen Synth-Sounds, die zwischen Euphorie und Tiefgang wechseln und einem ziemlich zufriedenstellenden Outro. Märchentechno nennt sie das, denn sie will Geschichten erzählen. Die Moral könne dann jeder selbst daraus ziehen.

Den Weg ans DJ-Pult fand Bebetta als sie fasziniert vom Vinyl mit ihrem Plattenspieler experimentierte. Erst mal nur daheim für sich, bis schnell erste Aufträge folgen. Bebetta Beta nennt sie sich da bescheiden, eine Mischung ihres Mottos "be better" und Beta-Version. Weil sie sich zu dem Zeitpunkt noch nicht als vollwertige DJ sieht. Ein Jahr später streicht sie nicht nur das Beta, sondern schmeißt auch ihr Studium, um sich voll auf die Musik zu konzentrieren. Wenige Jahre nach ihrem erfolgreichen Debüt entstand dann mehr oder weniger zufällig die Idee zu ihrer Livestream-Reihe "Bebetta in Bed", als die gebürtige Bremerin eine Zeit lang öfter im Tonstudio schläft als zu Hause und deshalb dort ihr Bett aufbaut - zwischen Instrumenten und Mischpult. Aus dem Bett heraus aufzulegen und sich dabei in bunten Pyjamas und noch bunterer Bettwäsche zu filmen, muss da so etwas wie eine logische Schlussfolgerung für die DJ gewesen sein.

Fast logisch also auch, dass Bebetta jetzt Teil des Harry-Klein-Livestreams ist, bei dem verschiedene Acts während des Lockdowns ohne Publikum, aber dafür vor der Kamera in München auflegen. Ob da wie bei "Bebetta in Bed" auch mal Pom Poms und Stofftiere im Hintergrund rumfliegen, bleibt abzuwarten.

Bebetta, Harry Klein Livestream, Sa., 30. Januar, 20 Uhr, Infos unter www.harrykleinclub.de

© SZ vom 28.01.2021
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