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Gewalt:Fluchttüren und Sicherheitsdienst

Damit bedrohte Angestellte das Zimmer verlassen und notfalls bei Kollegen Hilfe suchen können, sollte an gefährdeten Arbeitsplätzen stets eine Fluchttür vorhanden sein. In einigen Außenstellen wurden bereits Verbindungstüren ins Nachbarbüro nachgerüstet. Vor allem in älteren Häusern muss da noch nachgearbeitet werden. Oft fehlen Fluchttüren komplett, in manchen Räumen befinden sie sich direkt hinter dem (möglicherweise gefährlichen) Besucher. Den Vorgaben des Stadtrats zufolge müssen sich die Ausgänge direkt am Schreibtisch und eher in Fensternähe befinden. Im Sozialreferat soll nun ein Konzept erarbeitet werden, wo man neue Türen durchbrechen muss oder ob durch andere Maßnahmen, interne Umzüge etwa, mehr Sicherheit zu erreichen ist.

Den Sicherheitsdienst will Schiwy um einige Stellen aufstocken. Vor allem in Sozialbürgerhäusern mit mehreren Zugängen fühlen sich die Mitarbeiter oftmals unsicher. Das gilt vor allem für die Außenstelle am Elisenhof mit ihren unübersichtlichen Gängen, dem ständigen Kommen und Gehen in den verschiedenen dort untergebrachten Institutionen sowie der Nähe zum Hauptbahnhof. Allerdings soll sich auch der Sicherheitsdienst selbst verbessern. Es gibt Beschwerden, dass die derzeit eingesetzten Wachleute nicht richtig deutsch können, sich unangemessen verhalten, wegen ihres Alters körperlich unfit sind und nicht immer schnell genug reagieren, manchmal auch gar nicht.

Schiwy will deshalb in den Ausschreibungen bei Ablauf der Verträge mehr auf Qualität achten. Bisher genügte es, den besten Preis zu bieten. Eigentlich wäre es dem Sozialreferat am liebsten, wenn die Stadt nicht mehr Privatfirmen, sondern eigene Sicherheitsleute einsetzen würde. Die aber gibt es bislang nicht.

Unbedingt vermeiden will das Sozialreferat echte Personenkontrollen am Eingang, also Leibesvisitationen und Metalldetektoren wie am Flughafen. Eine solche Sperre sei für eine städtische Sozialbehörde nicht wünschenswert, findet Schiwy. Auch eine flächendeckende Videoüberwachung sei mit Blick auf den Datenschutz schwierig. Allerdings wird zumindest in Einzelfällen über eine elektronische Beobachtung nachgedacht. Da die Mitarbeiter der Behörden in letzter Zeit verstärkt mit Messern oder anderen Waffen konfrontiert werden, gibt es zudem Überlegungen, in Verdachtsfällen Taschenkontrollen einzuführen. Dies soll in den kommenden Monaten in Zusammenarbeit mit der Personalvertretung entschieden werden.

Verstärkt werden soll auch die Schulung der Mitarbeiter, wie mit unangenehmen und teilweise auch gefährlichen Situationen umzugehen ist. Schon heute gibt es Handlungsempfehlungen und Deeskalationsschulungen. In den Zimmern sind Verhaltenshinweise für Notfälle wie Unfall, Brand oder auch Amok aufgehängt. Künftig soll es alle zwei Jahre Sicherheitstage geben - im Wohnungsamt sowie in den Sozialbürgerhäusern haben derartige Veranstaltungen bereits stattgefunden.

© SZ vom 03.12.2018/cck
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