Gemeindezentrum Münchner Moschee-Projekt fehlen 3,5 Millionen Euro

  • Bis 30. Juni muss das Münchner Forum für Islam das Geld beisammen haben, um das Grundstück für den Bau einer Moschee zu kaufen.
  • Weil noch 3,5 Millionen fehlen, ruft der Verein über Twitter zu Spenden auf.
  • Das nährt Zweifel, dass das Geld zusammenkommt.
Von Heiner Effern

Mit einem letzten Spendenaufruf über den weltweiten Nachrichtendienst Twitter versucht das Münchner Forum für Islam (MFI), das geplante muslimische Gemeindezentrum zu retten. Bis 30. Juni muss der Verein mit dem Penzberger Imam Benjamin Idriz an der Spitze 4,5 Millionen Euro für den Kauf des etwa 3000 Quadratmeter großen Grundstücks an der Dachauer Straße aufbringen.

Doch zehn Tage vor Ablauf der Frist fehlen dem Verein noch 3,5 Millionen Euro. Das geht aus einem Flugblatt in arabischer Sprache hervor, das am Montag als Foto über Twitter verschickt wurde.

Darin heißt es, dass bisher überwiegend Spender aus den Golfstaaten eine Million Euro bereitgestellt hätten. Wenn die Lücke von 3,5 Millionen nicht geschlossen werde, drohe das Projekt endgültig zu scheitern. Es gebe im jetzt laufenden Ramadan nur mehr zwei Möglichkeiten: Erfolg oder Versagen. Muslime sind im Fastenmonat zur Großzügigkeit angehalten.

3,5 Millionen Euro seien keine unerreichbar große Summe angesichts der Touristen, die Millionen beim Shoppen und Immobilienkauf in München ausgeben, appelliert das MFI an die Gläubigen in aller Welt. Man habe in München große politische Unterstützung erfahren, um in einem eigenen Gemeindezentrum ein heiteres und strahlendes Bild des Islams zu vermitteln.

Doch der Stadtrat, der mit großer Mehrheit das geplante Zentrum mit einer Moschee, einer Bibliothek, einer Akademie und Gastronomie befürwortet, ist mit seiner Geduld am Ende. Immer wieder verlängerte er die Option auf das Areal, um Idriz und seinem Team die Möglichkeit zu geben, das Geld aufzutreiben. Zuletzt ruhten deren Hoffnungen auf einem Spender aus Saudi-Arabien. Doch der Appell über Twitter nährt Zweifel, dass die Millionen kommen. "Noch hoffen wir, noch ist alles möglich", sagt Idriz. Er werde sich am 1. Juli endgültig erklären.