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Werkschau:Exkursion ins Sehnsuchtsland

Magic Forest 5

Eine Komposition aus Bäumen und Büschen, aus Pflanzen und Tieren ist der Wald. Ein Kompositionswerk soll auch die Ausstellung sein, die zehn Maler, Fotografen und Bildhauer im Februar 2019 in der Stadthalle zeigen wollen.

(Foto: Vera Greif/oh)

Zehn Künstler aus Germering und Umgebung bereiten eine Ausstellung über die Magie des Waldes vor. Auf Fotos und Videos ist die Annäherung ans Thema bereits jetzt im Internet zu verfolgen

Im Wald wohnen Elfen, Feen, Zwerge oder - wenn es schlimm kommt - Hexen. Dort verirren sich Kinder oder sie begegnen dem Wolf. Der Wald mit seiner Dunkelheit, das Dickicht von Bäumen und Gewächsen haben die Fantasie der Menschen immer schon angeregt. Davon künden die Märchen, und nicht nur sie. Vor allem den Romantikern galt der Wald als Sehnsuchtslandschaft, die in Hunderten von Gedichten und Erzählungen besungen und beschrieben wurde. Nun haben sich zehn Künstler aus dem östlichen Landkreis aufgemacht, den Zauber des Waldes zu erkunden. Mithilfe von Bildern, Fotos, Videos oder Grafiken wollten sie die Magie des Waldes mit allen Sinnen erlebbar machen, sagt die Germeringer Fotografin und Filmerin Vera Greif. Der Fortgang des Kunstprojekts lässt sich im Internet verfolgen. Dort sind bereits Filme, Fotos und Bilder zu sehen, beispielsweise ein Video über einen Gang durchs Unterholz. Während der Blick der Kamera durchs Gehölz streift, ist nur das Knacken der heruntergefallenen Äste unter den Schuhen der Filmerin zu hören. Zudem stellen sich auf der Homepage www.magic-forest-art.de einige der Künstler vor, die an dem Projekt beteiligt sind. Die anderen folgen mit ihren Präsentationen sukzessive. Höhepunkt der Beschäftigung mit dem Zauber des Waldes soll eine Ausstellung im Februar 2019 in der Stadthalle sein.

Geleitet wird das Germeringer Kunstprojekt von Greif und der Puchheimer Malerin Angelika Brach. Brach sei von der Idee, die sie von einem Waldspaziergang mitgebracht habe, gleich begeistert gewesen, erzählt Greif. Und da die Puchheimerin bereits einige Erfahrung mit Ausstellungen gesammelt und Arbeiten zum Thema Wald vorzuweisen hat, sei sie die erste gewesen, die sie mit der Idee einer Ausstellung über den Zauber des Waldes angesprochen habe, sagt Greif. Neben den beiden Frauen arbeiten auch Anna Kirch, Eva Maria Kränzlein, Daniel Mihaila, Ute Richter, Brigitte Storch, Lutz Walczok, Irene Wührl-Petry und Rosa Zschau an dem Kunstprojekt mit. Seit einigen Monaten treffen sich die Teilnehmer, sie haben Waldspaziergänge und Wochenenden hinter sich, auf denen sie das Konzept der Ausstellung erarbeitet haben.

Greif betont, dass es sich bei der Vorbereitung der Ausstellung um ein gemeinschaftliches Projekt, ein "Kompositionswerk" der beteiligten Künstler handle, und nicht um eine Schau, zu der die Beteiligten einfach beitragen, was ihnen zum Titel eingefallen ist. Dass sich die Künstler gemeinsam mit dem Thema befassen, das zeigen auch die Bilder, die auf der Homepage zu sehen sind. Sie zeigen gemeinsame Ausflüge und Konzeptbesprechungen. Auch wissenschaftlich lässt sich die Gruppe beraten: Hans-Jürgen Gulder, ehemaliger Leiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forst in Puch, hat bei einem Spaziergang Wissenswertes über Flora und Fauna des Waldes erklärt.

Für die künstlerische Arbeit lassen sich die zehn Maler, Fotografen, Bildhauer und Filmer ein Jahr Zeit. Schließlich soll nach den Worten von Greif "etwas Besonderes" geschaffen werden, was in dieser Form im Landkreis noch nicht zu sehen gewesen ist. Eine wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang auch die Stadthalle Germering. Nur mit deren Unterstützung, beispielsweise im technischen Bereich, sei die Konzeption umzusetzen, sagt Greif. Details der Ausstellung verrät sie freilich noch nicht. Ebenso wird man bis zur Eröffnung auch nichts im Internet sehen. Dort lässt sich aber der Entstehungsprozess fast live miterleben, denn auch in den kommenden Monaten veröffentlichen die Künstler Fotos und Videos auf der Magic-Forest-Homepage. Zudem gibt es Informationen auf Facebook und Instagram. Der Zauber der Natur führt also bereits ein virtuelles Leben, ehe Bilder, Videos und Installationen, die sich mit ihm auseinandersetzen, in der Stadthalle zu sehen sein werden. So wird die Neugier der Kunstinteressierten wach gehalten. Außerdem wird das Projekt auf diese Weise weiterleben, wenn die Ausstellung ihre Pforten schließt.

Für ihre Arbeit an dem Thema hat sich Brach vorgenommen, das Mystische des Waldes einzufangen. Außerdem will sie die Kindheitserinnerungen der Ausstellungsbesucher hervorrufen. Einen anderen Akzent setzt Rosa Zschau. Die bildende Künstlerin aus Wörthsee stellt das Material in den Vordergrund und sagt, sie wolle in ihren Werken zum Wald das Wesen des Holzes herausstellen. Konkret aber wird noch keiner der beteiligten Künstler, schließlich sollen die Besucher der Ausstellung überrascht werden. Nur ein Datum können sich diejenigen, die das Projekt verfolgen, bereits in den Kalender eintragen. Am 21. März 2018 soll es eine Aktion geben. Das ist laut Greif schon geplant. Denn an diesem Datum ist Tag des Waldes.