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Trauer im Landkreis Fürstenfeldbruck:Kränze, Halbmast, Glockengeläut

Covid 19 Gestorbene Gedenken an Corona Tote in Deutschland. Am Marienplatz in Stuttgart

Kerzen als Symbol des Gedenkens werden auch am Sonntag für die Toten der Corona-Pandemie angezündet.

(Foto: Max Kovalenko/imago)

In verschiedener Form wird am Sonntag in den Landkreiskommunen der Toten der Corona-Pandemie gedacht. Sie folgen damit einer Anregung des Bundespräsidenten und des Städtetages

Von Peter Bierl, Fürstenfeldbruck

Zum Gedenken an die Corona-Toten werden die Flaggen auf den meisten Rathäusern im Landkreis am Sonntag auf Halbmast gesetzt und in einigen Gemeinden die Kirchenglocken läuten. Dazu legen einige Bürgermeister Kränze nieder oder wenden sich per Video an die Bevölkerung . Sie folgen damit einer Anregung des deutschen Städtetages, der sich wiederum an der zentralen Gedenkveranstaltung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) orientiert.

So wird Peter Münster (FDP) um 13.20 Uhr am Hörrohr beim Rathaus einen Kranz niederlegen, während die Glocken der evangelischen und katholischen Pfarreien klingen. "Wir haben eine außergewöhnlich hohe Zahl von Toten in der Gemeinde zu beklagen", sagt der Eichenauer Bürgermeister. Zehn Menschen seien bislang in der Gemeinde dem Virus erlegen. Der große Ausbruch in einem Pflegeheim mit einigen Todesfällen schlage dabei besonders zu Buche. Am 23. März, als der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine Trauer- und Gedenkfeier abhielt und Trauerbeflaggung anordnete, habe sich Eichenau nicht beteiligt, "aber dieses Mal ist es angezeigt", findet Münster.

Die Frage, ob ein solches Gedenken nicht besser erst stattfinden sollte, wenn die Pandemie ausgestanden ist, beantwortet der Bürgermeister mit einer Gegenfrage: "Wann ist der richtige Zeitpunkt?" Ähnlich reagiert der Fürstenfeldbrucker Oberbürgermeister. Ein Gedenken mitten in der Pandemie werde dem Anlass schon gerecht, findet Erich Raff (CSU)

Münster hofft jedenfalls, dass die dritte Welle "uns nicht so stark erwischt" und setzt dabei auf die Eichenauer Bevölkerung, die sich "sehr vernünftig" verhalte, so dass die Inzidenz in der Gemeinde seit Ostern wieder zurückgegangen sei.

Söder hat für alle staatlichen Dienstgebäude Trauerbeflaggung am Sonntag angeordnet und die Landkreise und Kommune gebeten, sich dem anzuschließen. Das werden wohl die meisten tun, etwa in Bruck, Germering, Gröbenzell, Olching, Puchheim und Mammendorf. In Bruck wird der OB Raff in einer kurzen Botschaft auf den Anlass und die Corona-Toten im Landkreis Bezug nehmen. Das Video wurde bereits am Freitag auf dem Facebook- und Instagram-Kanal der Stadt eingestellt.

In einer Pressemitteilung der Stadt heißt es, viele Menschen seien an der Erkrankung, andere unabhängig davon verstorben. Alle diese Menschen aber verbinde, dass sie durch die Einschränkungen in der Pandemie sich häufig nicht von ihren Familien und Freunden verabschieden konnten. Für die Hinterbliebenen sei es deshalb schwer, angemessen zu trauern. So hinterlasse die Pandemie tiefe Spuren im Leben vieler Menschen.

In Puchheim wird sich Bürgermeister Norbert Seidl (SPD) ebenfalls in einer Videobotschaft an die Bevölkerung richten. Außerdem werden Kerzen vor dem Rathaus angezündet und ein Kranz niedergelegt. In Germering soll ein Text zum Gedenken an die Opfer auf der Homepage der Stadt veröffentlicht werden. In Gröbenzell wird Bürgermeister Martin Schäfer (UWG)

am Sonntag um 10 Uhr einen Kranz am Wegkreuz Olchingerstraße/Ecke Freyastraße niederlegen. In Olching werden alle städtischen Gebäude trauerbeflaggt und Bürgermeister Andreas Magg (SPD) wird am Mittag eine Kerze im Rathaus entzünden. Die Kirchen in Olching läuten um 18 Uhr für zehn Minuten, um an die Verstorbenen der Pandemie zu erinnern.

© SZ vom 17.04.2021
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