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Städtepartnerschaft:Eine besondere Städtefreundschaft

Seit 25 Jahren besteht die Verbindung nach Tuchola. Dieses Jubiläum wird nun gefeiert. Dabei sollen auch die Verhandlungen für einen Schüleraustausch vorangetrieben werden

Es war 1992, als Gerd Gruber, Leiter der Olchinger Künstler, das erste Mal mit anderen Mitgliedern des Vereins sowie Vertretern der Sepia Künstlergruppe nach Tuchola gefahren ist. An seinen ersten Eindruck von der polnischen Stadt erinnert er sich noch genau: "Wir sind durch kilometerlange Alleen und märchenhafte Wälder gefahren. Es war überwältigend."

Diese Reise markierte den Anfang einer langjährigen Freundschaft zwischen den Olchingern und den Künstlern aus der polnischen Stadt. Eine Freundschaft, die maßgeblich zu der Städtepartnerschaft beitrug, die beide Kommunen am ersten Oktober 1994 schlossen und deren 25-jähriges Bestehen am Freitag, 18. Oktober, mit einem großen Festakt gefeiert wird.

Tuchola, Partnerstadt von Olching

Olchings Partnerstadt Tuchola hat knapp 14000 Einwohner und liegt im Norden von Polen.

(Foto: oh)

Zum Auftakt enthüllt die Stadt um 16.30 Uhr beim Kreisverkehr gegenüber vom Jeans House ein Kunstwerk. Im Anschluss findet in der Kulturwerkstatt am Olchinger Mühlbach (Kom) der offizielle Empfang mit verschiedenen Festreden statt. Auch eine Delegation aus Tuchola wird an den Feierlichkeiten teilnehmen.

Die Verbindung zwischen Olching und Polen besteht allerdings nicht erst seit 1992. Bereits seit Ende der Sechzigerjahre pflegten die Olchinger Jungsozialisten Kontakte mit dem offiziellen polnischen Jugendverband. Es gründete sich zudem die "Kinderhilfe Polen", die über Jahre hinweg Kinderkleidung und Bedarfsgegenstände spendete. Unterstützt wurden die Aktivitäten vom Olchinger Ehepaar Rajmund und Gizela Bruszynski, die 1992 auch das Treffen zwischen den Künstlervereinen in Tuchola arrangierten.

Partnerschaft Olching/Tuchola

Besiegelt: Die Bürgermeister Edmund Kowalski, Ewald Zachmann, Verschwisterungsreferent Manfred Krug und Gizela Bruszynski 1994.

(Foto: Fritz Scherer/oh)

Diese setzten sich in den folgenden Jahren für die Städtepartnerschaft ein, die unter Bürgermeister Ewald Zachmann schließlich eingegangen wurde. Es war keine alltägliche Freundschaft: Olching war erst die zweite Gemeinde in Bayern, die eine Partnerschaft mit einer polnischen Kommune einging. Seitdem besuchen sich Vertreter beider Städte regelmäßig: Einmal im Jahr empfängt Olching eine polnische Delegation oder entsendet eine Gruppe in die polnische Stadt, die etwa 120 Kilometer von Danzig entfernt inmitten des "Bory Tucholskie" (Tucheler Heide) liegt. Eine Tradition, die auch die Olchinger Künstler pflegen: Noch heute kommt es alle zwei Jahre zu einem Treffen mit den polnischen Freunden. Gerd Gruber, der die Reisen für die Olchinger Künstler mittlerweile organisiert, will diese Tradition auch in Zukunft weiterführen. Er hofft, dass schon bald wieder eine Fahrt nach Polen stattfinden kann. Sechs bis acht Tagen dauern die Treffen. Zusammen unternehme man Ausflüge und male unter freiem Himmel, erzählt Gruber. Ab und zu organisieren die Künstler auch eine gemeinsame Ausstellung. Die Gastfreundschaft der Menschen in Tuchola sei überwältigend, sagt Gruber. Aber auch künstlerisch hat es ihm die polnische Stadt angetan: Die grün-blauen Gewässer und die riesige Wald- und Heidelandschaft des "Bory Tucholskie" sind für ihn und seine Künstlerkollegen eine Inspiration. Die Landschaft beeindruckte die Olchinger auch schon vor 25 Jahren. Am neunten September 1994 erschien unter dem Titel "Für Freunde in Tuchola" ein Gedicht in den "Mitteilungen aus der Gemeinde Olching": "Es wurde uns Polen zum Malen empfohlen. Die Landschaft in Polen empfiehlt zum erholen. Die Reise nach Polen, auf Reifen und Sohlen, lohnt jederzeit!"

Die Jubiläumsfeier beginnt am Freitag, 18. Oktober, um 18 Uhr in der Kulturwerkstatt Olching (KOM), Hauptstraße 68