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Stadtbibliothek:Die Geschichte der Treuhand

Ausstellung beschäftigt sich mit Umgang mit dem DDR-Nachlass

Mit der Arbeit der Treuhand und deren Auswirkungen beschäftigt sich eine Ausstellung, die vom Montag, 17. August, an in der Fürstenfeldbrucker Stadtbibliothek zu sehen ist. Begleitet wird die Ausstellung "Schicksal Treuhand - Treuhand-Schicksale: Wie DDR-Betriebe abgewickelt wurden" von Vorträgen und Lesungen. Im Fokus stehen dabei die Geschichten ostdeutscher Betroffener. "Viele haben das Agieren der Treuhand wie einen Schicksalsschlag empfunden, haben ihre Arbeitslosigkeit hingenommen", heißt es dazu in der Ankündigung. Quasi über Nacht sind Millionen Menschen in die Arbeitslosigkeit gerutscht und hatten Existenzängste. Die beruflichen Qualifikationen aus 40 Jahren DDR schienen für viele nichts mehr wert zu sein. Im Buch "Schicksal Treuhand - Treuhand-Schicksale", das parallel zur Ausstellung erscheint und dort kostenlos erhältlich ist, erzählen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen von ihren Erfahrungen.

Zur Eröffnung am 17. August, von 18 Uhr an soll Christa Luft, Wirtschaftsministerin in der Übergangsregierung Modrow, per Video zugeschaltet werden. Luft ist Mitglied der Rosa-Luxenburg-Stiftung, die die Wanderausstellung organisiert. Ebenfalls am Eröffnungsabend gibt es ein Zeitzeuginnengespräch mit Angela Brockmann, ehemals Dolmetscherin im Schwermaschinenbaukombinat Ernst Thälmann und dessen Rechtsnachfolger, heute ist sie Unternehmerin. Am Dienstag, 1. September, stellt die Schweizer Soziologin Yana Milev ihr Buch "Das Treuhand-Trauma. Die Spätfolgen der Übernahme" bei einer Lesung vor. Milev untersucht seit Jahren, was beim Ende der DDR und danach mit den Ostdeutschen passiert ist und hat die Auswirkungen der Bonner Abwicklungspolitik analysiert. Alle Veranstaltungen finden in der Stadtbibliothek in der Aumühle statt. Die Ausstellung ist bis zum 9. September zu den Öffnungszeiten der Bibliothek zu sehen.

© SZ vom 06.08.2020 / FLHA

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