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Sozialpolitik:Familienstützpunkt und Elternschule bleiben

Barbara Behrens mit Landrat Karmasin

Zum Thema Familienstützpunkt sind Landrat Thomas Karmasin (ganz rechts) und Jugendamtsleiter Dietmar König die richtigen Ansprechpartner für (von links) Katrin Birkmann, Gabriele Wagner sowie Barbara Behrens.

(Foto: Matthias F. Döring)

Sozialpädagogische Angebote im Fürstenfeldbrucker Westen werden weitgehend aufrechterhalten, aber auf zwei Träger verteilt

Von Stefan Salger, Fürstenfeldbruck

Die Bucker Elternschule, die Müttern, Vätern und Kindern bis zum Teenageralter mit Rat und Tat sowie einer Vielzahl sozial ausgerichteter Kurse zur Seite steht, wird weiterhin an zwei Standorten in der Kreisstadt vertreten sein. Das ist das Ergebnis von Gesprächen zwischen der Diakonie als Träger und der Stadt. Neben dem Standort an der Stadelberger Straße wird also auch der Standort Mehrgenerationenhaus am Sulzbogen aufrecht erhalten. Der dort ebenfalls von der Diakonie betreute Familienstützpunkt wird an einen anderen Träger übergeben.

Diakonie-Geschäftsführer Alexander Härtlein zufolge führt die Brucker Elternschule ihre Angebote, darunter auch die sehr gefragten Vorkindergartengruppen, Eltern-Kind-Gruppen sowie Pekip und Opstapje fort. Die Diakonie beschränkt sich im Westen aber künftig auf einen Raum, wodurch sich die Mietkosten reduzieren lassen.

Möglichst umfänglich sollen auch die Angebote des vom Landkreis finanzierten Familienstützpunktes fortgeführt werden. Der Kreis verhandelt bereits mit zwei sehr interessierten und offenbar auch geeigneten Trägern - der Jugendhilfeausschuss wird Ende März die Entscheidung treffen. Die Elternschule würde den Familienstützpunkt am liebsten sofort übergeben. Damit bestünde die Möglichkeit, dass soziale Angebote schnell wieder aufgenommen werden, die wegen des Mangels an sozialpädagogischen Fachkräften bei der Diakonie trotz gesicherter Finanzierung nicht angeboten werden können. So konnte bislang auch kein Ersatz für die Leiterin von Elternschule West und Familienstützpunkt gefunden werden, die gekündigt hatte. In der kommenden Woche wollen Diakonie und Landkreis die Details klären. Dann wird auch darüber geredet, ob beispielsweise die offene deutsch-arabische Eltern-Kind-Gruppe kurzfristig wiederbelebt werden kann. Nach SZ-Informationen sollen die beiden in Frage kommenden Träger ihren Willen bekundet haben, mindestens 80 Prozent des bisherigen Angebots des Familienstützpunkts aufrecht zu erhalten. Die übrigen Angebote sollen überprüft, Honorarkräfte und Ehrenamtliche übernommen werden.

Wirkung gezeigt haben dürfte in der ganzen Angelegenheit das Engagement von Barbara Behrens und ihren Unterstützern. Die Mutter dreier Kinder, die selbst die Angebote im Mehrgenerationenhaus intensiv nutzt, hatte per Online-Petition 1350 Unterschriften gesammelt, um den Erhalt der Elternschule im Westen der Stadt zu erreichen. Im Landratsamt trug sie jüngst Landrat Thomas Karmasin sowie Jugendamtsleiter Dietmar König ihr Anliegen vor. Begleitet wurde Behrens von Gabriele Wagner, seit zehn Jahren Eltern-Kind-Gruppenleiterin in der Elternschule Mitte, und Katrin Birkmann, die ebenfalls ein Jahr lang eine solche Gruppe geleitet hat. Dabei wurde deutlich, dass viele Nutzer der Angebote im Westen der Stadt bislang die städtische Elternschule und den vom Landkreis finanzierten Familienstützpunkt mit seiner Beratungs- und Lotsenfunktion "als Einheit" wahrgenommen haben.

Der Familienstützpunkt, das machten sowohl Karmasin als auch König sehr deutlich, soll in jedem Fall weitergeführt werden - als Teil eines landkreisumspannenden Netzes, das in Kürze durch den letzten Knoten in Gröbenzell komplettiert wird. Das sei so etwas wie "unser Baby", sagte Karmasin. Der Landkreis lässt sich die Familienbildung Jahr für Jahr etwa 450 000 Euro kosten. In Fürstenfeldbruck steht ein Pool für Angebote in Höhe von bis zu 25 000 Euro zur Verfügung, Räume müssen von der Stadt mietkostenfrei zur Verfügung gestellt werden - "das war immer der Deal", so Karmasin. Geld erhält der Träger nur, wenn Kurse vereinbarungsgemäß auch angeboten werden. In Fürstenfeldbruck ist das der Diakonie zufolge wegen des akuten Personalmangels freilich nicht möglich.

© SZ vom 21.02.2020
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