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Soziales in Fürstenfeldbruck:Liberias vierter Optiker

Brillenübergabe Verein Help Liberia

Wertvolle Hilfe: Rebecca verteilt die gespendeten Brillen, die der Verein Help Liberia geschickt hat.

(Foto: Help Liberia)

Verein aus dem Landkreis fördert Brillen-Versorgung in Westafrika

Von Ariane Lindenbach, Fürstenfeldbruck

Kurzsichtigkeit ist in vielen Gebieten dieser Welt ein gravierendes Problem. Im medizinisch bestens versorgten West-Europa ist es schwer zu begreifen, dass viele Menschen auf der Welt wegen dieser relativ leicht zu kompensierenden Einschränkung stark gehandicapt sind. Im westafrikanischen Liberia wird sich die Situation, insbesondere für Kurzsichtige, aber auch für viele anderen mit Sehschwäche, bald verbessern. Der in Oberschweinbach ansässige Verein "Help Liberia - Kpon Ma" um den Grafrather Mitbegründer Thomas Böhner hat dort nun tief im Landesinnern die den Aufbau eines Optiker-Ladens für Kurzsichtige in die Wege geleitet. Seine Eröffnung sollte die Situation deutlich verbessern.

Denn laut einer Mitteilung des Vereinsvorsitzenden Böhner gibt es bisher im gesamten Land kaum mehr als drei derartige Geschäfte für die rund fünf Millionen Einwohner. Überhaupt war die diesjährige Projektreise, die pandemiebedingt mit fünf Wochen kürzer war als in anderen Jahren, äußerst effizient und erfolgreich, wie Böhner berichtet. Neben dem Aufbau eines Optikers gelang es, ein Hebammenhaus mit vier Zimmern tief im Busch aufzubauen. Es fehlt noch rund ein Fünftel, dann kann das Geburtshaus in Betrieb genommen werden. Der Verein Help Liberia unterstützt und fördert die medizinische Versorgung in Liberia; neben dem Aufbau von Buschkliniken, kleinen Anlaufstellen in ländlichen Gebieten für eine rudimentäre Behandlung, und der Versorgung mit medizinischen Materialien gehört dazu auch die Schulung von Personal. Böhner, der sich sehr in dem Verein engagiert und mit seiner aus Liberia stammenden Frau in Grafrath lebt, ist von Beruf Krankenpfleger am Klinikum in Fürstenfeldbruck.

Ein weiterer Erfolg während der fünfwöchigen Reise war die Schlichtung persönlicher Differenzen in einer der Buschkliniken. Wie Böhner schreibt, konnte "durch Pensionierung eines leitenden Mitarbeiters wieder Harmonie unterm Personal und wieder größeres Engagement der Gemeinde hergestellt" werden. Zudem wurden zwei neue Mitarbeiter engagiert. Darüber hinaus kamen vom Gesundheitsministerium die Zusage für den Bau von Trinkwasserpumpen und von der Regierung großes Lob für das langjährige Engagement des Vereins in der medizinischen Betreuung eines großen Teils der dortigen Bevölkerung. Das habe den guten Ruf von "Help Liberia" in den umliegenden Gemeinden weiter gestärkt, heißt es. Ferner wurden bei dem Aufenthalt neun Laptops an medizinisches Personal übergeben sowie zwei neue, unkomplizierte Wege eingerichtet, um preisgünstig Geld von Deutschland nach Liberia zu senden, damit Medikamente und andere dringend benötigte Dinge bezahlt werden können.

Nicht zu vergessen: In den fünf Wochen konnten Böhner und seine Mitstreiter bei etlichen schweren medizinischen Fällen helfen, darunter Extremitäten-Traumata oder massivste Unterernährung von Babys.

© SZ vom 11.05.2021
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