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Schwarz-grüne Allianz in Maisach:Manager fürs Klima

Gemeinderat schreibt Vollzeitstelle aus

Von Erich C. Setzwein, Maisach

Die Gemeindeverwaltung von Maisach soll um die Stelle eines Klimaschutzmanagers erweitert werden. Die Kosten für die Vollzeitstelle sind im Haushalt für dieses Jahr bereits eingeplant, angesiedelt werden soll sie beim Umweltbeauftragten. Die Anträge für den neuen Posten kamen von der CSU und den Grünen.

"Wir müssen nach Möglichkeiten suchen, CO₂ einzusparen", sagte Grünen-Gemeinderätin Barbara Helmers bei der Vorstellung ihres Fraktionsantrags. Darin ist unter anderem enthalten, ein Klimaschutzkonzept zu erstellen. Helmers sagte, einem Klimaschutzmanager komme die wichtige Aufgabe der Öffentlichkeitsarbeit zu. "Wir brauchen Strategien zur Klimaanpassung."

Die CSU und insbesondere ihren Bürgermeister Hans Seidl freut diese Klimaallianz. Bereits im Januar 2018 hatte die CSU-Fraktion beantragt, die Stelle des Umweltbeauftragten um die Bereiche Klimaschutz und Energieversorgung zu erweitern. Seidl war es dann, der dafür sogar eine halbe Stelle forderte. "Dass diese Aufgaben sinnvollerweise nur mit einer Personalaufstockung machbar sind, braucht, denke ich, nicht weiter erläutert werden", formulierte es der geschäftsleitende Beamte der Gemeinde, Peter Eberlein. Dass aus der angedachten halben Stelle eine ganze wurde, hat auch damit zu tun, dass der Umweltbeauftragte entlastet werden soll. Die Anforderungen und Aufgaben sind entsprechend weit gefasst. Nach Einschätzung des Bürgermeisters könnte die Stellenausschreibung auf Absolventen der Verwaltungsschule zutreffen, die einen Abschluss als "Kommunaler Energiewirt" haben. Diese Qualifikation gibt es für Entscheidungsträger und Mitarbeiter in Kommunen, Stadtwerken und Landkreisen, die die Energiewende vor Ort gestalten und betreuen sollen, wie die Bayerische Verwaltungsschule die Adressaten dieser Ausbildung beschreibt.

Wer auch immer das Klima in Maisach managen wird, er dürfte sich auf ein breites politisches Bündnis im Gemeinderat stützen können. So gibt es eine Mehrheit für die klare Haltung, die Maisach gegen eine Erweiterung der BMW-Übungsstrecke und für den Schutz des Fauna-Flora-Habitat-Gebiets einnimmt. Seit der Gemeinde neuerdings ein großes Stück Forst mit Moor gehört, ist das Interesse an neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Moorforschung und dem CO₂-Ausstoß gewachsen. Und nicht zuletzt gibt es erste Ansätze für ein neues Mobilitätskonzept.

© SZ vom 30.05.2020
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