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Puchheim:Neue Kiesgärten sind tabu

Auf Empfehlung des Umweltbeirats erlässt die Stadt eine Gestaltungssatzung

Von Peter Bierl, Puchheim

Weil sich über Geschmack ebenso trefflich streiten lässt wie über Umweltschutz, hat der Puchheimer Stadtrat vier Jahre gebraucht, um eine Freiflächengestaltungssatzung zu verabschieden. Der Anlass war, dass immer mehr Vorgärten in der Stadt mit Schotter gestaltet werden, was vielen missfällt. Der Vorschlag, mithilfe einer Satzung einzugreifen, kam vom Umweltbeirat, was folgte, war "ein zäher Prozess mit sehr vielen Widerständen bei vielen Stadträten", wie der Zweite Bürgermeister Manfred Sengl (Grüne) am Dienstag im Stadtrat bilanzierte. Er hatte als Vorsitzender des Umweltbeirates einen ersten Entwurf erarbeitet, der anschließend im Planungs- und Umweltausschuss kritisiert wurde. Etliche Stadträte rügten zu starke Eingriffe in die Freiheiten der Grundeigentümer, gestritten wurde über die Vorgabe, Bäume zu pflanzen oder auf die Kiesflächen zu verzichten.

Die neue Satzung gilt im gesamten Stadtgebiet und sieht vor, dass unbebaute Flächen prinzipiell zu begrünen sind. Pro angefangene 250 Quadratmeter ist ein Laub- oder Obstbaum zu pflanzen. Zufahrten und Wege sind auf ein Minimum zu beschränken und möglichst mit wasserdurchlässigem Material und barrierefrei anzulegen. Bei Stellplätzen ist ab jedem vierten Platz ein Baum zu pflanzen, Flachdächer und Dächer mit flacher Neigung bis zehn Grad sind zu begrünen.

Die deutliche Mehrheit votierte am Dienstag für die Satzung, um "wüstenartige Straßenräume zu vermeiden" und eine "angemessene Durchgrünung" von Baugrundstücken sowie genügen Spielplätze zu erreichen, wie es in der Vorlage heißt. Vorhandene Schottergärten genießen ohnehin Bestandsschutz.

© SZ vom 11.05.2021
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