Puchheim Mehr als Whisky und Trauer

Peter Krause, alias Peter Crow C. (links) ist Organisator des Festivals. Außerdem spielt er mit Ferdinand Kraemer als Duo "Black Patti".

(Foto: Georgine Treybal)

Peter Krause organisiert ein zweitägiges Bluesfestival im Puc

Von Florian J. Haamann, Puchheim

Es war eine geradezu shakespeareeske Verwechslung, die dem Bluesmusiker Peter Krause seinen Künstlernamen eingebracht hat. Damals, als junger Musiker, erinnert er sich, sei es bei mehreren Konzerten passiert, dass Zeitungen in den Vorankündigungen aus seinem Namen einfach Peter Kraus gemacht haben, jenen Interpreten von Hits wie "Sugar Baby" und "Mit siebzehn", der bis heute noch zahlreiche Fans in Ekstase versetzt. Dazu sei dann noch ein Archivbild von Kraus gestellt worden und fertig war das Desaster. Denn statt von Bluesfans, denn das ist es, was Krause spielt, erwartet zu werden, seien zweimal ganze Busse mit Peter Kraus-Fans angereist. "Die älteren Menschen sind dann vor der Bühne gestanden und haben mich ungläubig angeschaut. Niemand hat geklatscht oder sonst wie reagiert. Ich glaube, die haben die ganze Zeit drauf gewartet, dass Peter Kraus auf die Bühne kommt", erzählt Krause. "Als ich die Geschichte Abi Wallenstein, einer der deutschen Blues-Legenden, erzählt habe, hat er gesagt, dann nenn' dich doch künftig ganz lautmalerisch Peter Crow C". Seitdem ist der 49-Jährige ganz verwechslungsfrei unterwegs.

Aber Krause ist nicht nur Musiker, sondern auch Konzertveranstalter. Seit fünf Jahren organisiert er die Bluesnacht im Puchheimer Kulturzentrum. Und in diesem Jahr, zum Jubiläum, haben er und Kulturamtsleiter Michael Kaller sich etwas Besonderes ausgedacht: ein zweitägiges Bluesfestival mit insgesamt vier Bands. An diesem Wochenende, Freitag und Samstag, 4. und 5. März, ist es nun soweit. Wenn es den Besuchern gefällt, verrät Kaller, wird es künftig jedes Jahr zwei statt einem Tag Blues im Puc geben. Den Auftakt des Festivals macht am Freitag um 20 Uhr das Frankfurter Duo Downhome Perculators. Klaus "Mojo" Killian und Bernd Simon spielen traditionellen Blues der Dreißiger- bis Fünfzigerjahre. Killian hat dabei nicht nur einen Ruf als hervorragender Musiker, sondern ist auch noch einer der größten deutschen Experten der Geschichte des Blues und Besitzer einer umfassenden Plattensammlung. "Er ist in der Szene sehr bekannt, ein alteingesessener Hase des Blues. Beim Aufritt wird er auch einiges über die Geschichte erzählen", sagt Krause. Der zweite Act des Abends sind Dr. Will and the Wizards. Deren aktuelles Album "Cuffs off" wurde in diesem Jahr mit dem Deutschen Schalplattenpreis ausgezeichnet. Bekannt ist die Band für ihren New Orleans Blues und die unterhaltsamen Auftritte des Sängers, Schlagzeugers und Entertainers Dr. Will. "Ich würde den Stil der Band als Mischung aus Tom Waits und Dr. John beschreiben. Und Will macht eine wirklich sehenswerte Show mit guter Unterhaltung und vielen Kostümwechseln", sagt Krause.

Am zweiten Tag steht Krause, der das ganze Festival auch moderiert, selbst als Musiker auf der Bühne. "Black Patti" heißt sein Duo mit dem 26-jährigen Ferdinand Kraemer. "Wir sind richtige Roots-Fanatiker, also des Blues aus den Zwanzigern und Dreißigern. Das ist noch einmal etwas ganz anderes, als das, was sich nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt hat und heute als Blues bekannt ist", sagt Krause, "also Frau verlieren, Whisky trinken, traurig sein. Damals war die Musik viel weiter entwickelt und vielfältiger, und die Texte interessanter, oft politischer." So gebe es alleine 20 bis 30 Songs nur über den Untergang der Titanic. Den Abschluss bilden Nick Woodland & Band. Woodland steht seit 50 Jahren auf der Bühne und gehört zu den Stars der deutschen Szene. In seiner langen Karriere hat er bereits mit Musikern wie Boney M., The Clash oder Marius Müller-Westernhagen gespielt, außerdem ist er Bühnenpartner von Georg Ringsgwandl. Mit seiner Band spielt er eine Mischung aus erdigem Blues, temperamentvollem Country und Folk mit Reggae- und Rock-Anleihen. Im Anschluss an die Auftritte wird es an beiden Abenden jeweils noch eine Jam-Session mit allen Musikern geben.

1. Bluesfestival im Puc, Freitag, 4. März und Samstag, 5. März, jeweils von 20 Uhr an. Die Karten kosten 20,60 Euro pro Abend. Der Samstag ist fast ausverkauft, für Freitag sind noch Karten erhältlich.