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Puchheim:Für ein besseres Miteinander auf der Straße

Die Puchheimer Verkehrsschau bringt einige Verbesserungsvorschläge hervor. Entschieden wird nun in den Gremien

Von Ingrid Hügenell, Puchheim

Soll zwischen der Nordendstraße und der Gröbenzeller Straße eine Tempo-30-Zone eingerichtet werden? Oder könnte die Nordendstraße eine Fahrradstraße werden? Diese Fragen sind das Ergebnis der Verkehrsschau, die am 17. September in Puchheim stattgefunden hat - das erste Mal seit 2013. Mit dabei waren neun Vertreter von Politik, Ordnungsamt, Landratsamt und Polizei, darunter Bürgermeister Norbert Seidl (SPD) und der Verkehrsreferent des Stadtrats, Christian Olschowsky (CSU).

Andre Ameri, Sachgebietsleiter für öffentliche Sicherheit und Ordnung der Stadt Puchheim, berichtete kürzlich dem Ausschuss für öffentliche Sicherheit von dem Rundgang. 16 neuralgische Punkte im Stadtgebiet habe man besucht, drei stellte er beispielhaft vor. An der Ecke Gröbenzeller Straße/Sandbergstraße gebe es eine schlecht einsehbare "Lichtsignalanlage". Es habe Beschwerden wegen der Ampel gegeben. Anregungen und Eingaben von Bürgern sind ein Grund, dass eine bestimmte Stelle besucht wird. Andere schlagen beispielsweise Polizei oder Stadt vor.

Die Ampel soll nun einen Ausleger mit einem großen Rotlicht erhalten und so besser erkennbar werden, lautet der Vorschlag. Ein weiterer Punkt, den die Teilnehmer der Verkehrsschau unter die Lupe nahmen, war die Rotwandstraße. Dort ist Ameri zufolge eine Tiefbaumaßnahme geplant, aber noch nicht beschlossen. Im Zuge dessen könnte die Straße verkehrsberuhigt ausgebaut werden.

Eine Tempo-30-Zone könnte das Wohngebiet zwischen Nordend- und Gröbenzeller Straße im Osten und Westen sowie Münchner Straße und Moosstraße im Süden und Norden sicherer machen. Vor allem durch die Nordendstraße radeln viele Kinder und Jugendlichen in die Schule, sie könnte alternativ oder zusätzlich zur Fahrradstraße werden. Auf Fahrradstraßen haben Radler grundsätzlich Vorrang, sie dürfen dort auch nebeneinander fahren. Sind Autos erlaubt, gilt für sie Tempo 30.

Ob eine oder beide Regelungen kommen, muss der Stadtrat entscheiden. Zuvor gehe das Ergebnis der Verkehrsschau noch in den Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt, sagte Ameri auf Nachfrage der SZ. SPD-Sprecher Jean-Marie Leone regte bei der Sitzung an, die Nordendstraße "genau anzuschauen" und vorab mit Gröbenzell über mögliche Änderungen zu sprechen. Als sehr konstruktiv lobte Verkehrsreferent Olschowsky die Verkehrsschau. "Es geht darum den Schilderwald zu minimieren, den Verkehrsfluss zu verbessern und schwächere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Radfahrer zu schützen", erklärte er bei der Ausschusssitzung. Die Rundgänge sollen regelmäßig stattfinden, allerdings öfter als einmal in sieben Jahren. Olschowsky plädierte deshalb dafür, "das Intervall zu verkürzen".

Seine Stadtratskollegen hatten einige Anregungen für das nächste Mal: "Die dunkle Dorfstraße", nannte Thomas Salcher (UBP), Günter Hoiß (CSU) die Gröbenzeller Straße wegen der vielen parkenden Lastwagen. Anja Arnold sagte, es solle auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club ADFC dabei sein und stieß damit auf Zustimmung.

© SZ vom 20.11.2020
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