Puchheim Der Ton wird rauer

Im Geothermie-Streit werden neue Vorwürfe laut

Drei Wochen vor dem Bürgerentscheid über Geothermie in Puchheim wird der Ton rauer. Michael Pausch von der Bürgerinitiative wirft Curd Bems, Geschäftsführer der Bohrfirma Exorka, vor, im Fall von Schäden durch Erdbeben erst einmal vor Gericht zu ziehen. Außerdem habe Bems eine Äußerung gemacht, die man als sexuelle Belästigung deuten könnte. Der Exorka-Chef weist die Vorwürfe als "an den Haaren herbeigezogen" zurück.

Der Vorfall trug sich vor kurzem in einer Bürgersprechstunde zur Geothermie im Rathaus zu. Anwesend waren Katharina Dietel vom Umweltamt, die das Projekt im Rathaus leitet, sowie Bems, Pausch und dessen Ehefrau. Anfangs habe man sachlich diskutiert, dann kam die Frage nach der Haftung auf, berichtete Pausch in der aktuellen Viertelstunde im Stadtrat. Bems habe erklärt, im Schadensfall müssten Betroffene in jedem Fall vor Gericht ziehen, schon weil es viele "Trittbrettfahrer" gebe. "Herr Pausch gibt das falsch wider", erklärte Bems dazu der SZ. Geringe Schäden könne ein Ombudsmann regulieren, bei größeren Summen würden sich die Versicherungen einschalten und "von der Rechtsordnung Gebrauch machen". Auch die Projektleiterin widersprach der Interpretation, wonach Bems davon gesprochen habe, in jedem Fall vor Gericht zu ziehen. Es sei lediglich darum gegangen, dass die Betreiberfirma sich gegen ungerechtfertigte Ansprüche wehren könne. Den zweiten Vorwurf, wonach Bems gesagt habe, die Puchheimer hätten "Pulver ohne Ende" für einen Rechtsstreit, bestätigten der Unternehmer als auch die Projektleiterin. An die genaue Wortwahl könne sie sich nicht erinnern, "aber in die Richtung könnte es schon gehen", so Dietel. Angeblich soll der Exorka-Geschäftsführer potenziell Geschädigten geraten haben, ein- bis zweimal auf einen Urlaub zu verzichten. Bems erklärte dazu, er habe lediglich festgestellt, wer in Puchheim eine Immobilie besitze, "dem ist es im Zweifelsfall möglich, seine Ansprüche rechtlich zu vertreten".

Den Vorwurf, er habe eine Äußerung getan, die als sexuelle Belästigung gedeutet werden könnte, wies Bems zurück: "Wenn das so war, dann soll man Anzeige erstatten." Dietel bestätigte, dass der Geschäftsführer der Exorka die fragliche Bemerkung gemacht habe: "Es war nicht unbedingt Belästigung, aber durchaus geschmacklos", sagte Dietel.