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Puchheim:52-Jähriger muss in die Psychiatrie

Puchheimer hat seine Eltern unvermittelt angegriffen und verletzt

Vermutlich ist Ludwig A. schon seit Jahren psychisch krank, glauben Ärzte. Doch bemerkt hat das niemand. Ende vergangenen Jahres fühlte sich der 52-Jährige, der bisher immer bei seinen Eltern lebte, verfolgt und beobachtet. Vor allem bildete er sich ein, seine Eltern wollten ihn vergiften. In den späten Abendstunden des 2. November 2018 griff er beide unvermittelt an. Dabei verletzte er vor allem seinen Vater schwer. Der Senior erlitt zahlreiche Hämatome und Platzwunden am Kopf. Da Ludwig A., bei dem eine paranoide Schizophrenie diagnostiziert wurde, für die Tat strafrechtlich nicht verantwortlich gemacht werden kann, verurteilten die Richter der 3. Strafkammer den 52-Jährigen am Mittwoch zur Unterbringung in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik. Es sei "reines Glück, dass die Eltern das Ganze überlebt haben", stellte der Vorsitzende, Richter Martin Hofmann, bei der Urteilsbegründung fest. Dafür dass er krank sei, könne er nichts, sagte Hofmann zu Ludwig A. Allerdings müsse er lernen, Verantwortung zu übernehmen, und auch lernen, mit seiner Krankheit umzugehen. "Das ist die Verantwortung, die Sie in Zukunft haben."

Nach Einschätzung einer forensischen Sachverständigen bestehe derzeit noch die Gefahr, dass der 52-Jährige auch andere Menschen attackiert, weil er glauben könnte, sie verfolgten ihn. "Es kann jeden treffen, in der U-Bahn oder auf der Straße", so die Sachverständige in ihrem Gutachten. Die Maßregel der Unterbringung, die das Gericht anordnete, ist zeitlich unbegrenzt. Richter Hofmann sagte zu Ludwig A., dass es wohl die letzte Chance in seinem Leben sei, irgendwann einmal wieder in ein geregeltes Leben zurückzugehen.

Mit ihrer Entscheidung schloss sich die Kammer dem Antrag von Staatsanwalt Maximilian Huprich an. Er sagte bei seinem Plädoyer, es sei "Glück im Unglück, dass es bei der Tat nicht noch schlimmer gekommen ist." Die Unterbringung in einer geschlossenen psychiatrischen Klink sei "zwingend erforderlich." Ludwig A.s Verteidiger, Rechtsanwalt Peter Pospisil, wies indes daraufhin, dass sein Mandant vor der Attacke auf seine Eltern noch nie in seinem Leben gewalttätig geworden sei und forderte einen Freispruch.