Polizei:Gut ausgebildet in den Dienst

Bruck: Diplomierungsfeier Polizei-Fachhhochschule

Familienangehörige, Polizeipräsidenten, Staatsanwälte und Vertreter der Politik - alle sind sie in den Churfürstensaal gekommen, um den 190 Absolventen zum Abschluss ihrer Polizeiausbildung zu gratulieren.

(Foto: Johannes Simon)

An der Brucker Polizeihochschule werden 190 Absolventen verabschiedet. Nach einer zwei bis drei Jahre dauernden Vorbereitung wartet nun der Übergang von der Theorie in die Praxis

Von Viktoria Lack, Fürstenfeldbruck

Mehr als 25 Fächer in mehr als 2000 Unterrichtsstunden mit Schwerpunkten wie Kriminalistik, Führungslehre und Verkehrsrecht in einer Mischung aus Theorie und Praxis: Die Ausbildung zum Polizeikommissar ist lang und beschwerlich. Doch ihr ist es zu verdanken, dass Bayern als das sicherste Bundesland gilt. Deshalb wird der Abschluss dieser Ausbildung auch eigens mit einer Diplomierungsfeier begangen - so auch am Montag im Churfürstensaal des Klosters Fürstenfeld.

190 künftige Polizeikommissarinnen und -kommissare wurden feierlich von Bayerns Innenstaatssekretär Gerhard Eck begrüßt und beglückwünscht. Sie alle haben die zwei- beziehungsweise dreijährige Ausbildung erfolgreich hinter sich gebracht und sind jetzt "hervorragend ausgebildet und hoch motiviert", so Eck. Die Absolventen kommen aus ganz Bayern und haben ihr Polizeistudium in den Hochschulen in Fürstenfeldbruck und Sulzbach-Rosenberg verbracht. Fachbereichsleiter Ingbert Hoffmann, der die Veranstaltung eröffnet, ist der Stolz auf seine Studenten deutlich anzuhören, als er von der "Spitzenleistung" seiner Absolventen spricht. "Unsere Prüfungen sind sehr anspruchsvoll - für beide Seiten", erklärt er. Gerade dieser Jahrgang stand vor einer zusätzlichen Voraussetzung: Statt einer Zwischen- und einer Abschlussprüfung gab es erstmals zwei schriftliche Prüfungen sehr zeitnah hintereinander, was für die angehenden Polizisten mehr Druck und weniger Vorbereitungszeit bedeutete.

"Statt Planbarkeit und Stundenplan erwartet euch jetzt die polizeiliche Praxis", so Hoffmann. Auch Innenstaatssekretär Eck betont: "Auf Sie warten jetzt vielfältige Herrausforderungen", die vor allem auch im Zusammenhang mit der aktuellen Terrorlage alles andere als einfach sein werden. Gerade die vergangenen Anschläge, wie beispielsweise in Manchester, zeigten dabei, wie wichtig und essenziell eine gute polizeiliche Ausbildung ist. "Das ist der Grundstein für erfolgreiche Polizeiarbeit. Es ist mit Worten nicht zu beschreiben, was für eine Belastung auf den Polizeikräften lastet", sagt Eck.

Neben der erstklassigen Ausbildung wurde die bayerische Polizei nicht nur personell, sondern auch bei der Ausstattung in den vergangenen Jahren deutlich verstärkt. Auch der mit aktuell knapp 42 000 Stellen höchste Personalstand aller Zeiten soll noch ausgeweitet werden - beispielsweise, im Angesicht der zunehmenden Digitalisierung, durch die Ausbildung externer Bewerber aus dem Bereich der Informatik zu IT-Kriminalisten. "Die Polizei gilt nicht umsonst als attraktivster Arbeitgeber, noch vor Adidas und der Bundeswehr", erklärt Eck stolz.

Bevor es für die frisch verabschiedeten Führungskräfte und Ermittler allerdings in die Praxis geht, werden sie bei der Diplomierungsfeier nicht nur von Polizeipräsidenten und Staatsanwälten aus ganz Bayern, sondern auch von Vertretern der beiden Hochschulstädte, unter anderem von Brucks Oberbürgermeister Erich Raff, geehrt. Die zehn besten Absolventen bekommen zudem einen Preis sowie eine besondere Urkunde von Eck überreicht.

© SZ vom 26.09.2017
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