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Olching:Wandelbare Blockflöten

Seit März musste die sonntägliche Konzertreihe im Olchinger Kom pausieren, nun geht es endlich wieder los.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Tatiana Flickinger spielt im Olchinger Kom moderne Werke

Von Cynthia Seidel, Olching

Für die Matineereihe des Vereins Eleven-eleven Musikkultur ist die Corona-Pause vorbei und so steht am Sonntag, 20. September, das 181. Konzert in der Kulturwerkstatt am Olchinger Mühlbach an. In den zwei Konzerten mit dem Titel "Entlang des Weges" tritt die Blockflötistin Tatiana Flickinger mit einem zeitgenössischen Repertoire auf.

Die älteste Literatur im Programm stammt von Walter Mays aus dem späten 20. Jahrhundert - "Moon-Dances-Three Native American Sketches", eine Komposition für die Altblockflöte -, die jüngste Literatur vom deutschen Komponisten und führenden europäischen Blockflötisten Markus Zahnhausen. Seine Komposition "Der Seufzer", aus dem Jahr 2019, werde in dieser Matinee von Flickinger, die an der Hochschule für Musik und Theater bei Zahnhausen studierte, uraufgeführt. Zahnhauser selbst sei zum Konzert seiner ehemaligen Schülerin eingeladen und plane zu kommen, so Flickinger.

Die Blockflötistin habe sich für das Konzert bewusst gegen klassische Werke von Komponisten wie Bach, Vivaldi oder Händel entschieden. Zwar gehören auch diese zu den "Weggefährten ihrer Vergangenheit", doch habe sie ihr Repertoire auf der Blockflöte durch den Masterstudiengang "Neue Musik" an der Musikhochschule München erweitern und neue, zeitgenössische Musik für die Blockflöte entdecken können. So erklärt sie: "Nach der Barockzeit gibt es bis ins 20. Jahrhundert keine Literatur für die Blockflöte, weil das Instrument ab circa 1750 ein Auslaufmodell war". Die Klangvorstellung wäre eine andere gewesen.

In dieser Matinee möchte Flickinger die klangliche Wandelbarkeit der Blockflöte zeigen. "Es ist wahnsinnig interessant, weil wir so viele Instrumente haben. Das Repertoire geht von der kleinen Sopranino-Blockflöte bis zur großen Subkontrabassblockflöte", erklärt Flickinger. In der zeitgenössischen Literatur gebe es mittlerweile wieder unglaublich viel Literatur, sehr viel sei experimentell.

Für die Blockflötistin ist es das erste Konzert seit Februar. Die Vormittagsvorstellung ist bereits ausverkauft. Aufgrund der Pandemie ist die Zuschauerzahl begrenzt. "Normalerweise können wir 64 Zuschauer bei den Matinees empfangen", sagt Gabriele Frank, die stellvertretende Vorsitzende von Eleven-eleven Musikkultur. "Durch Corona sind es jetzt ungefähr 50 Personen, je nachdem wie viele Einzelpersonen kommen". Im Sitzplan seien Plätze für Gruppengrößen von zwei bis drei Personen vorgesehen und so kommt es, dass Einzelperson einen Zweierplatz einnehmen, da der zweite Platz aufgrund des Abstands frei bleiben muss.

Für das Konzert am Nachmittag seien noch Plätze frei, sagt Frank. Eine vorherige Anmeldung sei unter Angabe von Adresse, Datum und Uhrzeit erforderlich. Der Eintritt ist frei, doch werde um eine Mindestspende von 15 Euro gebeten, die den durch die Corona-Pandemie in Notlage geratenen freischaffenden Künstlern zu Gute komme.

Tatiana Flickinger, Blockflöten-Solistin bei 181.Martinee: Entlang des Weges, 20. September, 11:11 Uhr und 15 Uhr, Kulturwerkstatt am Olchinger Mühlbach, Eintritt frei, um eine Mindestspende von 15 Euro wird gebeten

© SZ vom 17.09.2020

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