bedeckt München 21°
vgwortpixel

Olching:Planungen für Paulusgrube nehmen Gestalt an

Entlang der Gleise werden nach einem Plan von Bahn und Stadt in Olching eine Reihe von mehrgeschoßigen Wohnhäusern entstehen.

(Foto: Stadt Olching)

Die Ergebnisse der Verhandlungen zwischen Stadt und Deutscher Bahn stoßen auf eine breite Mehrheit, nur die Freien Wähler stimmen dagegen

Zwei Türme erheben sich über der Bahnhofstraße, unmittelbar neben den S-Bahn-Gleisen. Ein Busbahnhof schließt direkt an, über den Rest des Areals erstreckt sich ein großes Neubaugebiet. Die Bahnhofstraße ist großzügig ausgebaut und erinnert mehr an einen Platz als an eine Fahrbahn. Sie verbindet die beiden Türme, Busbahnhof und Wohngebiete mit der Hauptstraße von Olching. Zusätzlich mündet sie in eine begrünte Brücke, über die Fahrradfahrer und Fußgänger zum Mühlbach und in die Amperauen gelangen können. So könnte die Zukunft der Paulusgrube in Olching aussehen. Einen entsprechenden Plan stellte Bürgermeister Andreas Magg im Stadtentwicklungsausschuss vor. Knapp ein halbes Jahr verhandelte er mit der Deutschen Bahn über ein Konzept. Dem Unternehmen gehört ein Teil des Areals, zu dem auch das Bahnhofsgebäude zählt. Die übrigen Grundstücke befinden sich im Besitz der Stadt. Zusammen habe man nun den neuen Entwurf entwickelt, sagt der Bürgermeister.

Das vorgestellte Konzept ist eine Weiterentwicklung einer von zwei Varianten, die von der Stadt entwickelt worden sind. In dieser war ursprünglich nur ein gläserner Turm vorgesehen. Darin sollten Fahrkartenautomaten und Einzelhandel sowie ein Bürgerbüro untergebracht werden. Die Bahn bestand jedoch auf einem eigenen Gebäude, erklärt Magg. Dort will das Unternehmen eine repräsentative Eingangshalle, in der unter anderem die Fahrkartenautomaten untergebracht sind. Von dort aus sollen Fahrgäste auch in den Tunnel gelangen, der zu den Bahngleisen führt. Es gebe auch Überlegungen, im Gebäude Wohnungen für Bahnmitarbeiter einzurichten, erklärt Magg. Die Wünsche des Unternehmens führten schließlich zu der Idee, ein zweites markantes Gebäude zu errichten. Dort sollen Läden und ein Bürgerbüro entstehen. Magg brachte auch die Möglichkeit eines Kinos ins Gespräch. Durch die neue Bebauung der Paulusgrube ist auch mit mehr Fahrzeugen zu rechnen. Allerdings im sehr moderaten Bereich, betont Magg. Durch die Verkehrsführung auf der Bahnhofstraße sollen auch die Anwohner der umliegenden Straßen nicht mehr belastet werden.

Im Stadtentwicklungsausschuss stießen die Pläne überwiegend auf Zustimmung. "Es ist ein interessanter und guter Entwurf", sagte CSU-Fraktionssprecher Tomas Bauer. SPD-Stadtrat Alfred Münch stimmte zu: Er halte es für die optimale Lösung. Eine Menge Aspekte der vorangegangenen Bürgerbeteiligungen seien darin berücksichtigt. Ingrid Jaschke, Fraktionssprecherin der Grünen, betont zwar, dass noch einige Fragen offen seien, sieht jedoch deutliche Verbesserungen im Vergleich zu den vorherigen Konzepten.

Lediglich die Freien Wähler lehnten den Plan ab. Fraktionssprecher Ewald Zachmann kritisierte, dass auf dem Gelände nicht mehr öffentliche Einrichtungen vorgesehen sind. Bei der ersten Bürgerbeteiligung sei dies ein großes Anliegen gewesen. "Davon ist nicht viel übrig geblieben." Das zweite Auftaktgebäude solle der städtischen Nutzung vorbehalten werden. Er sprach sich dafür aus, dort ein neues Rathaus unterzubringen. Diese Idee war in der vorangegangenen Planung bereits verworfen worden. Auch lehnte Zachmann die Beteiligung eines Investors an dem Projekt ab. Dieser sei nur an einem optimalen Geldschöpfungsprogramm interessiert, kritisiert Zachmann. Die Pläne der Stadt könnten dabei auf der Strecke bleiben.

Zachmanns Bedenken fanden im Stadtentwicklungsausschuss keine Zustimmung. "Wir kommen nicht weiter, wenn wir bei jedem Planungsschritt zum Ursprung zurückkehren", sagte Bauer. Auch das Hinzuzuziehen eines Investors hält er für notwendig. Die Stadt verfüge nicht über die nötigen Fachkenntnisse, um ein solches Projekt umzusetzen. Münch betonte zudem den finanziellen Aspekt: Er habe Zweifel, dass die Stadt die Um- und Neubauten allein stemmen könne. Die Umgestaltung der Paulusgrube kostet nach ersten Schätzungen über 100 Millionen Euro. Schließlich votierten die Mitglieder des Gremiums für die Pläne, nur die Freien Wähler stimmten dagegen. Folgt der Stadtrat der Empfehlung des Ausschusses, werde man sich im August wieder mit der Bahn zusammensetzen und die Pläne ausarbeiten, erklärte Magg. Bis Ende Oktober könnte der Bebauungsplanentwurf erstellt werden, der dem Stadtrat, den Bürgern und den Trägern öffentlicher Belange, wie dem Landratsamt oder dem Bund Naturschutz, präsentiert wird. Er hoffe, den Plan noch innerhalb der Amtsperiode auf eine feste Basis stellen zu können, sagte Magg.

  • Themen in diesem Artikel: