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Olching:FFB-Schau abgesagt

Nächste Landkreis-Messe soll im Jahr 2022 stattfinden

Von Karl-Wilhelm Götte, Olching

Die Landkreis-Messe "FFB-Schau" in Olching ist aufgrund der Coronakrise für dieses Jahr abgesagt worden. Sie sollte Anfang Oktober stattfinden und wurde vom Veranstalter Josef Werner Schmid jetzt um zwei Jahre auf den 12. bis 16. Oktober 2022 verschoben. Somit macht die "FFB-Schau" vier Jahre Pause. Schmid, dessen Messefirma in Mörslingen im Landkreis Dillingen residiert, hat sich die Absage nicht leicht gemacht. Mit einer Umfrage unter den zuletzt 250 Ausstellern hatte er deren Votum eingeholt, aber dann doch ganz anders entschieden, was auch die Stadt Olching sehr überrascht hat. "Wir haben den neuen Termin nicht direkt von ihm erfahren", sagte Sonja Weyland erstaunt. Weyland leitet im Olchinger Rathaus das Amt für Wirtschaftsförderung.

Ankreuzen konnten die Aussteller bei der Umfrage des Messeveranstalters folgende Alternativen: Die Messe findet wie geplant im Oktober 2020 oder vom 21. bis 25. April 2021 statt. "Es zeichnet sich eine Tendenz für April 2021 ab", teilte Schmid einige Tage vor Umfrageschluss der SZ mit. Ausschlaggebend für den Termin 2022 war dann wohl die Tatsache, dass Schmid im April 2021 eine zu dichte Kollision der "FFB-Schau" mit anderen Messen befürchtete und man sich die Besucher wegnehmen würde. Auch hat seine Firma im Frühjahr noch andere Messen zu betreuen.

Mit 34 000 Besuchern hat die Olchinger Verkaufsausstellung, die 2010 von Fürstenfeldbruck nach Olching umgezogen ist, für die Region einen besonderen Stellenwert. Die Messe mit den Schwerpunkten Wohnen, Bauen, Lifestyle und Gesundheit ist vor allem eine Leistungsschau des regionalen Handwerks und der Dienstleistungsbetriebe. Auch Energie und Elektromobilität spielten zuletzt eine immer größere Rolle. "Landkreis-Expo" nennt sie Schmid, der um Superlative nie verlegen ist. Im Laufe der fünf bisherigen Messen in Olching konnte der Veranstalter nicht nur die Stadt Olching für eine eigene Messehalle gewinnen. Gröbenzell, Maisach und Eichenau schlossen sich mit eigenen Hallen an. Insgesamt präsentierten sich die Aussteller in zwölf Hallen auf einer Fläche von 20 000 Quadratmetern.

"Wir haben überlegt unter Corona-Bedingungen daraus vier Großzelte zu machen", erläuterte Schmid, um die Abstände zwischen den Besuchern zu bewerkstelligen. "Auch 250 Kleinzelte waren im Gespräch", so Schmid. Seine Firma veranstaltet sechs, sieben Messen pro Jahr. Zwei fanden vor Corona statt. "Wir wollen im Herbst noch Geschäfte machen", bekräftigte Schmid vor einigen Tagen. Daraus wird jetzt wohl nichts. "In enger Abstimmung mit den Städten, Gemeinden und den Gewerbeverbänden Eichenau, Gröbenzell, Maisach und Olching habe sich die Messeleitung dazu entschlossen, die FFB-Schau 2020 nicht durchzuführen", teilte Schmid in einer Erklärung am Mittwoch mit.

Die Stadt Olching hat von dieser Entscheidung jedoch nichts gewusst. "Josef Werner Schmid hat uns das nicht bestätigt", erklärte Weyland. Auch die Gesellschafter der Messe seien ihrer Kenntnis nach nicht informiert gewesen. Sie beklagte eine "ungeschickte Kommunikation" Schmids.

© SZ vom 10.07.2020

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