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Olching:Eine Halle für den Narren-Wagen

Halle Faschingszugkomitee

Bürgermeister Andreas Magg und Faschingskomitee-Chef Hans Krämer (rechts) vor der neuen Halle.

(Foto: Reger)

Faschingskomitee hat endlich ein Dach über dem Kopf

Der Olchinger Faschingszug ist mit weit mehr als 10 000 Besuchern jedes Jahr das Highlight in der Amperstadt. Viele Jahrzehnte mussten allerdings vergehen, bis das Faschingszugskomitee jetzt eine eigene Unterstellhalle bekam. Bürgermeister Andreas Magg (SPD) hatte in seiner Grußansprache so eine Ahnung: "Die Halle könnte Robert-Brogl-Halle heißen - er ist der Vater dieser Halle." Wenige Minuten später ließ Hans Krämer, der Vorsitzende des Komitees, ein Schild an der Außenwand der Halle enthüllen: "Robert-Brogl- Halle." Der Beifall der Festversammlung brandete für den langjährigen Kassier auf. Brogl wusste nach eigener Beteuerung nichts von dieser Ehre und sagte erleichtert: "Wir sind sieben Mal umgezogen. Jetzt sind wir endlich zu Hause."

Das Faschingszugskomitee besitzt unter anderen einen großen bunten Wagen, der dem Zug immer voranfährt, und einen kleinen Traktor. Beides wurde an verschiedenen Orten untergestellt. 20 Jahre lang auch im Roßstall des heutigen KOM. Robert Brogl, heute 76 Jahre alt, ist seit 1956 beim Faschingszugskomitee dabei. Fast 30 Jahre sei es ein "wilder Verein" gewesen; erst 1986 fand die offizielle Gründung statt und Brogl wurde ihr sparsamer langjähriger Kassier. "Er hat jeden Fünfer umgedreht", erzählte der Vereinsvorsitzende, der seit zwölf Jahren im Amt ist. Die Sparsamkeit Brogls führte dazu, dass der Verein für die 180 000 Euro teure Halle nur einen Kredit von 60 000 Euro benötigte. "Den bedienen wir mit links", ließ Krämer zuversichtlich verlauten.

Die Stadt Olching hat das Grundstück für die Halle in Erbbaurecht auf 30 Jahre zur Verfügung gestellt. Nur 30 Jahre auch deshalb, weil das Areal in der Trasse einer einst für möglich gehaltenen Nordost-Umgehung Olchings liegt. Ob diese Umgehung jemals gebaut wird, scheint allerdings sehr zweifelhaft zu sein. Nachdem Diakon Josef Rauffer die 250 Quadratmeter große Halle in der Nähe des Wertstoffhofes in der Johann-G.-Gutenberg-Straße mit göttlichem Segen feierlich eingeweiht hatte, konnte sie besichtigt werden. "Da steckt auch viel Eigenarbeit drin", erläuterte Vereinschef Krämer beim Rundgang und deutete auf die Fliesen im Sanitärbereich hin. Werner Raith, der heutige Kassier, habe sich dabei handwerklich besonders verdient gemacht. "Platz wäre jetzt auch für einen Komitee-Wagen für unsere Kinder und Jugendlichen", blickte Krämer in die Zukunft.