Olching Bekenntnis zur Müllverbrennung

Selbst wenn der Abfall anderswo billiger entsorgt werden könnte, halten die Kreisräte an der Anlage in Geiselbullach fest.

Von Gerhard Eisenkolb

CSU, SPD, FDP und Grüne wollen an der Müllverbrennungsanlage im Olchinger Ortsteil Geiselbullach selbst dann festhalten, wenn der Restmüll der Landkreisbürger in einer anderen Anlage billiger entsorgt werden könnte. Zu diesem Meinungsbild sind die Mitglieder des für den Betreiber der Anlage, das "Gemeinsame Kommunalunternehmen für Abfallwirtschaft" (GfA), zuständigen Kreis-Werkausschusses am Montagnachmittag gekommen.

Es blieb jedoch ungeklärt, ob von den beiden Müllöfen einer abgeschaltet und zu einer Biogasanlage umgebaut werden soll. Auch ob die beiden Gesellschafter des GfA, die Landkreise Fürstenfeldbruck und Dachau, mit den Landkreisen Starnberg und Ebersberg über die Entsorgung von deren Restmüll verhandeln sollen, wurde nicht geklärt.

Wie Abfallreferent Herbert Roiser (CSU) sagte, sind die Landkreise Starnberg und Ebersberg an einer Kooperation mit dem GfA interessiert. Trotz des klaren Bekenntnisses zur Müllverbrennung billigte der Werkausschuss einstimmig einen Antrag der FW-Kreistagsfraktion. Laut diesem muss geprüft werden, ob und zu welchem Zeitpunkt die Verbrennung des Abfalls in Geiselbullach eingestellt wird und ob der Restmüll kostengünstiger in einer anderen Anlage zu verbrennen ist. Die aktuellen Kosten der Müllverbrennung des GfA liegen zurzeit bei 199,50 Euro pro Tonne, das ist fast das Doppelte des Marktpreises.

Der Geschäftsführer des GfA arbeitet an einem Konzept, wie die Gebührenzahler durch den Ausbau des Standorts zu einem Energieversorger nachhaltig entlastet werden können. In diese Richtung zielt der zweite Teil des FW-Antrages, der die Prüfung des Umbaus des gesamten GfA zu einem Energieerzeuger beinhaltet. Die Kommunalpolitiker wollen wissen, mit welchem Aufwand das Kommunalunternehmen welchen Beitrag zu einer nachhaltigen Energiewende im Landkreis leisten könnte.

Konkret besteht die Möglichkeit, eine der beiden Ofenlinien zu einer Biogasanlage umzubauen und dort den Bioabfall der Landkreise Dachau und Fürstenfeldbruck zu entsorgen. Eine signifikante Senkung des Verbrennungspreises verbindet GfA-Geschäftsführer Thomas König mit dieser Maßnahme aber nicht. Er setzt auf den Ausbau der Fernwärmelieferung von derzeit 28 000 Megawattstunden im Jahr auf rund 100 000 Megawattstunden. Dadurch, so Königs Hoffnung, ließe sich der Verbrennungspreis um 20 Euro je Tonne senken. König hält es für möglich, mittelfristig einen Verbrennungspreis anzubieten, der voraussichtlich im Rahmen der üblichen Marktpreise liegt.

Abfallreferent Roiser forderte: "Die Müllverbrennung muss beibehalten werden." Klaus Wollenberg (FDP) befürwortete den Ausbau zum Energieversorger unter Beibehaltung der Müllverbrennung. Eine eigene Entsorgung sei besser als die Abhängigkeit vom Markt. Dem pflichtete Ingrid Jaschke (Grüne) bei. Sie sprach sich zudem dafür aus, in Geiselbullach nur noch in einem Ofen den Brucker und Dachauer Restmüll zu verbrennen und den anderen Ofen stillzulegen. Das GfA sollte Bioabfall in einer Biogasanlage verarbeiten, aber nicht unbedingt in Geiselbullach, sondern an Standorten mit großem Wärmebedarf. Peter Braun (SPD) bezeichnete den Erhalt der Müllverbrennung als wünschenswert, gegen eine Schließung sprächen hohe Nachfolgelasten wegen noch nicht getilgter Schulden.

Roiser warnte vor nicht mit der Stadt Olching abgestimmten Ausbauüberlegungen. Da der Müllverkehr wegen der ungelösten Anbindung des GfA noch immer durch Wohngebiete laufe, sei der Frust in Olching groß. Werde dieses Problem nicht angepackt, gehe nichts voran.