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Nahverkehr:Brandbrief an Verkehrsminister

Brucks Zweiter Bürgermeister beschwert sich über S-4-Chaos

Seit zwei Wochen erlebe er "das blanke Chaos", wenn er mit der S-Bahn nach München fahre, schreibt Zweiter Bürgermeister Christian Götz (BBV) in einem offenen Brief an Bayerns Verkehrsminister Hans Reichart (CSU). Götz hatte Reichart im April beim Spatenstich des barrierefreien Umbaus der Station Buchenau kennengelernt. Dass die Bauarbeiten dort zügig voranschreiten und die Bahn Wünsche der Stadt berücksichtigt habe, sei anzuerkennen. Nach den baustellenbedingten, wochenlangen Störungen hätten die Fahrgäste aber vergeblich auf eine Normalisierung bei der S 4 gehofft. "Das Gegenteil ist der Fall. Als Berufspendler, der viermal die Woche in die Münchner Innenstadt fährt, erlebe ich seit zwei Wochen das blanke Chaos. Morgens kommt anstatt eines Langzuges nur ein Vollzug, sodass schon ab dem Bahnhof Fürstenfeldbruck nur noch Stehplätze vorhanden sind. Und wenn ich abends nach Hause fahren will, stehe ich geschlagene 30 Minuten bei minus drei Grad an der Hackerbrücke, versorgt wahlweise mit keinen oder wechselnden, unsinnigen Informationen zur S 4", schreibt Götz, der sich fragt, wie auf der S 3 ein Zehnminutentakt gehalten werden könne, während bei der S 4 etwa 40 Minuten vergingen.

Er habe beobachtet, so Götz, wie Resignation, Frust und Ärger der Fahrgäste allmählich in offene Aggression umschlagen. Teils könne er das verstehen: "Wenn man, wie ich, im Jahr über tausend Euro für eine Fahrkarte bezahlt und dafür fast täglich eine mangelhafte Leistung erhält, stellt sich schon die Frage, ob das überhaupt noch rechtens ist." Dem Verkehrsminister weist Götz zwar nicht die Schuld zu, wohl aber eine Verantwortung, sich der Sache anzunehmen.