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Nachwuchs der Öko-Partei:Grüne Jugend nimmt neuen Anlauf

Die Nachwuchsorganisation gründet in Gröbenzell wieder einen Kreisverband. Wichtigstes Thema bei der Versammlung ist die Atomkraft.

Andreas Ostermeier

Der Aufschwung der Grünen hat jetzt auch die Jugendorganisation der Partei im Landkreis Fürstenfeldbruck wiederbelebt. Am Sonntagabend gründeten Parteimitglieder im Alter unter 28 Jahren in Gröbenzell einen Kreisverband der Grünen Jugend. Sprecher der neuen Gruppe sind die 19 Jahre alte Studentin Laura Gessner und der 26-jährige Student Jan Halbauer. Beide kommen aus dem Ortsverband Maisach.

Gröbenzell: Lokal Hexe / Gründung Grüne Jugend

Neue Sprecher der Grünen Jugend: Jan Halbauer und Laura Gessner.

(Foto: Johannes Simon)

Nach der Atomkatastrophe in Japan und den jüngsten Wahlerfolgen der Grünen ist das Interesse an deren Politik offensichtlich bei Jugendlichen gestiegen. Sieben junge Grüne und noch einmal ebenso viele parteiungebundene Jugendliche kamen am Sonntag zur Gründung des Verbands zusammen. Gessner sagte, sie sei "positiv überrascht" von dem Interesse, das die Wiedergründung eines Jugendverbands über die Parteigrenzen hinweg hervorruft. Die parteiungebundenen Teilnehmer diskutierten beim Thema Ausstieg aus der Kernkraft auch gleich eifrig mit und boten ihre Hilfe für weitere Veranstaltungen an.

Mit einer Informationsveranstaltung am 25. Jahrestag des Reaktorunglücks von Tschernobyl am 26.April sowie einer Gründungsparty am 8.Mai in Olching wollen die jungen Grünen in den nächsten Wochen auf sich aufmerksam machen. Dabei sollen auch Neumitglieder gewonnen und Parteimitglieder mobilisiert werden. 34 der 210 Besitzer eines grünen Parteibuches im Landkreis Fürstenfeldbruck sind laut Auskunft des Grünen-Landesverbandes im Alter unter 28 Jahren - das ist bei den Grünen das Höchstalter für die Zugehörigkeit zum Jugendverband. Die Jugendlichen wollen sich um bundespolitische Themen wie Atomkraft oder Gentechnik kümmern. Aber auch kommunalpolitische Themen wie der öffentliche Nahverkehr, Sportmöglichkeiten in den Gemeinden und Städten oder die weitere Nutzung des Brucker Schlachthofs haben sich die Versammelten vorgenommen. Und sie möchten richtig graben. Einen Sonnenacker mit vier Bifängen hat der Maisacher Ortsverband gepachtet. Auf dem will auch der Parteinachwuchs Gemüse anbauen - gleichsam als Sinnbild für grünes Wachstum.

Die fünf Vorstandsmitglieder wurden jeweils einstimmig gewählt. Neben Gessner und Halbauer bilden Lena Liesenhoff (Kasse), Doris Breitenreuter (Schriftführerin) und Jonas Pauli (Beisitzer) die Führung des neuen Jugendverbandes. Der soll nach Halbauers Worten die Lücke schließen, die nach dem Ende des ersten Kreisverbands der Grünen Jugend entstanden ist. Bereits in den 1990er Jahren formierte sich eine Nachwuchsorganisation in der Kreisstadt Fürstenfeldbruck. Im Jahr 2003 taten junge Parteimitglieder dann den Schritt hin zu einem Verband auf Kreisebene. Der Verband erwies sich allerdings als kurzlebig. Ein Grund dafür lag laut Halbauer darin, dass er sich zu sehr auf Gröbenzell bezogen habe. Diesen Fehler will man nun vermeiden. So sollen die monatlichen Treffen in verschiedenen Kommunen stattfinden, um Interessierte in ihren Wohnorten anzusprechen. Halbauer ist sich sicher: "Wir haben ein Riesenpotential im Landkreis." Ein klein wenig davon ist am Sonntag schon sichtbar geworden - ein Nichtmitglied hat einen Aufnahmeantrag mitgenommen.

© SZ vom 12.04.2011
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