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Mitten in Fürstenfeldbruck:Neues Format für OB-Kandidaten

In Fürstenfeldbruck wird 2023 ein neuer Oberbürgermeister gewählt. Manche denken schon jetzt über besondere Plakatständer nach

Glosse von Stefan Salger

Florian Weber ist eigentlich nicht bekannt dafür, dass er sich so schnell verbiegen lässt. Nun könnte es für den Fürstenfeldbrucker Stadtrat der bisweilen satirisch angehauchten Partei Die Partei aber buchstäblich eng werden.

Man darf sich schon mal auf den nächsten Wahlkampf freuen. Der steht in der Kreisstadt nicht erst 2026 an, wenn der neue Stadtrat bestimmt wird. Bereits drei Jahre zuvor geht es um den Posten des Oberbürgermeisters - Erich Raff folgte im Mai 2017 außerplanmäßig dem schwer erkrankten Klaus Pleil nach. 2023 steht also die nächste OB-Wahl an. Und ein paar Wochen zuvor dürfte ein verheißungsvoller Wahlkampf entbrennen.

Der 34 Jahre alte Gastronom Florian Weber wirft gewiss wieder den Hut in den Ring, beflügelt von den 3,24 Prozent, die er bei seiner OB-Wahl-Premiere 2017 einfuhr. Zumal Amtsinhaber Erich Raff dann aus Altersgründen nicht mehr antreten darf. Die Karten werden also ganz neu gemischt. Für einen fulminanten Start in den nächsten OB-Wahlkampf hat Weber sich bereits gerüstet: Jüngst ging es im Fachausschuss darum, wie vor Kommunalwahlen in der Stadt plakatiert werden darf. Weber schlug weitsichtig Pflöcke ein und erreichte, dass Parteien und Gruppierungen, die an den Brucker Straßenrändern für sich werben wollen, in ihrer Kreativität nur sehr maßvoll beschnitten werden. Er deutete bereits an, worauf es rauslaufen könnte, bevor er zum Oberbürgermeister Florian Weber gekürt wird: Pappfiguren in Lebensgröße statt langweiliger XXL-Grinsrüben-Porträts.

Der Fantasie setzten die Stadträte freilich doch Grenzen: Sie einigten sich darauf, dass Wahlplakate zwar nicht rechteckig sein müssen, aber das DIN-A-0-Format nicht sprengen dürfen. Das heißt 84,1 Zentimeter breit und 118,9 Zentimeter hoch. Dieses Format gilt auch für den künftigen Rathauschef. Bei 1,80 Metern Körpergröße müsste sich seine Pappfigur also in Yoga-Manier verbiegen, um nicht auf die Beine verzichten zu müssen und dennoch im Rahmen zu bleiben.

Ob da wohl die politische Botschaft des aufrechten Die-Partei-Recken rüberkäme? Wer wählt schon einen Kandidaten zum OB, der mit Quasimodo-Buckel den Boden küsst?

© SZ vom 16.04.2021
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