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Mitten in Fürstenfeldbruck:Lob und Preis

In ihrer letzten Sitzung 2019 sind die Kreisräte richtig gut zueinander

Nun, der Fürstenfeldbrucker Kreistag hat sich ja zu einem friedlichen politischen Gremium entwickelt. Diskutiert wird bisweilen kaum und nur wenige Male mit echter Schärfe. Einen "fairen, sachorientierten Umgang" der Kreistagsmitglieder lobt deshalb Landrat Thomas Karmasin (CSU) in seiner Haushaltsrede. Die Gelegenheit, das Wirken der anderen verbal zu würdigen, lassen dann auch die Fraktionssprecher nicht ungenutzt verstreichen, und so spricht beinahe jeder Vortragende zunächst einmal der Kreisverwaltung und der Kämmerei seinen Dank aus. Klaus Quinten, der als Hausratsredner der Unabhängigen Bürgervereinigungen spontan einspringen muss, sieht sich noch zu ganz speziellem Dank verpflichtet: an Jakob Drexler, der ihm seine Lesebrille geliehen hat.

Und so durchweht die letzte Kreistagssitzung des alten Jahres ein ganz besonderes Gefühl von Zuneigung, die sogar Parteigrenzen zu überwinden imstande ist. "Da muss ich dem Herrn Seidl Recht geben, dass das Standard sein sollte beim Hausbau", honoriert UBV-Kreisrat Jakob Drexler den Wortbeitrag von Hans Seidl (CSU), der gefordert hat, dass Photovoltaikanlagen auf alle kreiseigenen Gebäude gehörten. Prompt kommt Lob von der CSU zurück: "Ich gebe Herrn Drexler Recht", antwortet Johann Wörle auf Drexlers Einlassung, wonach begrünte Dächer "ökonomischer Unsinn" seien.

Hans Seidl springt später selbstredend noch dem Bürgermeister von Olching bei, der Andreas Magg heißt und bei der SPD ist. Es geht um die Zukunft des Gymnasiums in Olching. Und als dann auch noch das Gymnasium in Gröbenzell dran ist, konstatiert Martin Runge (Grüne), dass "das nicht jeder Bürgermeister macht, wenn es um seine Gemeinde geht", nämlich auf die hohen Kosten hinweist, die in diesem Fall der Kreis zu tragen hat. Gemeint war Martin Schäfer (UBV).

Und so geht diese Sitzung in weihnachtlich-friedvollem Lob und Preis zu Ende. Landrat Karmasin ist der Dank an die 70 Kreistagsmitstreiter ein echtes Anliegen, denn man wisse nicht, fügt er an, wie der künftige Kreistag zusammengesetzt sein werde. Im März sind Wahlen, man befürchtet den Einzug der AfD.

© SZ vom 02.01.2020

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