bedeckt München

Mammendorf:Rettungswache in der alten Bäckerei

Durch den Standort im Gebäude der ehemaligen Bäckerei soll schnelle Hilfe im Bereich der Verwaltungsgemeinschaft ermöglicht werden.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

In Mammendorf soll ein aufgegebener Laden neu genutzt werden. Neben den Helfern soll dort auch der Eine-Welt-Laden unterkommen. Zumindest vorübergehend

Von Manfred Amann, Mammendorf

Nachdem vor einiger Zeit in Mammendorf die Bäckerei Winkler/Gürtner aufgegeben worden ist, sollen die Räumlichkeiten nun anderweitig genutzt werden. Während im hinteren Bauteil eine Rettungswache eingerichtet werden könnte, steht der straßenseitige Bereich zumindest vorübergehend dem Eine-Welt-Laden zur Verfügung. Dieser muss wegen der anstehenden Sanierung die alte Schule verlassen. Leiterin Susanne Kuffer und ihr ehrenamtliches Team freuen sich deshalb, in der Ortsmitte eine neue Bleibe gefunden zu haben.

Um insbesondere im Bereich der Verwaltungsgemeinschaft Mammendorf schnelle Hilfe leisten zu können, ist im Dorf der Aufbau einer Rettungswache vorgesehen. Diese soll in Nebenräumen der ehemaligen Bäckerei unterkommen. Zusätzlich soll an der Ostseite ein Anbau errichtet werden. Nach längerer Diskussion über die Eignung des Standortes hat der Gemeinderat in der jüngsten Sitzung die Nutzungsänderung sowie die Erweiterung genehmigt. Vertraglich geregelt sei es zwar noch nicht, ob eine Rettungswache nach Mammendorf kommt, aber es sei wahrscheinlich, sagte Bürgermeister Josef Heckl (Bürgergemeinschaft) und warb um Unterstützung des Vorhabens durch Zustimmung zu den notwendigen Abweichungen von den Festlegungen im Bebauungsplan.

Offen sei auch noch, welcher Rettungsdienst letztlich die Station betreiben werde. Der Anbau an das Bäckereigebäude ist für zwei Garagen, Lagerräume, sanitäre Anlagen und einen Umkleideraum gedacht. Im Bestandsgebäude sollen Verwaltungs- und Aufenthaltsräume eingerichtet werden. Verena Halbritter (Grüne) gab zu bedenken, dass es bei Einsatzausfahrten auf die Bundesstraße zu Verkehrsgefährdungen kommen könnte, zumal die Rettungsfahrzeuge erst an anderen Geschäften vorbeifahren müssten, um auf die B2 zu kommen. "Hier sind oft Fußgänger und Radfahrer unterwegs", so Halbritter. Dagegen wandten Ratsmitglieder ein, dass der Weg früher von Bäckereifahrzeugen befahren worden und es zu keinen Unfällen gekommen sei. Außerdem könnten die Rettungsfahrzeuge auch nach Süden ausrücken, so dass eine Einfahrt in die B2 gar nicht erforderlich sei, ergänzte Manfred Heimerl (FW). Dessen Fraktionskollege Thomas Holzmüller schlug vor, ein Stück der vorhandenen Mauer abzutragen, um die Sicht zu verbessern. Für den CSU-Gemeinderat und Landtagsabgeordneten Benjamin Miskowitsch ist der Standort "geradezu optimal", wegen der Lage in der Ortsmitte, "weil man von dort in alle Richtungen schnell ausrücken und bereits vorhandene Gebäude nutzen kann".

Die Alternative wäre, ein neues Gebäude auf der Grünen Wiese zu errichten, mahnte Miskowitsch. Martin Neheider stellte die Frage, wann und wie man es wohl schaffen werde, den Grünen etwas recht zu machen. "Ein anderer Standort mitten in Mammendorf sei nicht in Sicht und finanziell gesehen sei die Örtlichkeit ein Glücksfall, sagte der Christsoziale. Halbritter schlug überdies vor, das Projekt mit dem Architekturbüro Hummel-Kraus zu besprechen, um die Umsetzung baulicher Maßnahmen nicht zu gefährden, die im integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept in diesem Ortsbereich geplant seien. Rathauschef Heckl und Vizebürgermeister Peter Muck (CSU) sahen dafür keinen Grund und sprachen sich dagegen aus, das Vorhaben dadurch zu verzögern. Der Antrag der Grünen wurde schließlich abgelehnt.

© SZ vom 20.11.2020
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema