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Mammendorf:Kritik an Stellenkürzung

Gemeinderäte verlangen mehr Stunden für Umweltbereich

Gemeinderäte und Umweltschutzreferenten aus drei Mitgliedsgemeinden beklagen, dass im Stellenplan der Verwaltungsgemeinschaft Mammendorf (VG) für 2021 im Bereich Umwelt- und Klimaschutz nur noch eine Halbtagsstelle zur Verfügung gestellt wird. Ihrer Ansicht nach müsste aufgrund der Dringlichkeit und Wichtigkeit von Klima-, Umwelt- und Artenschutz eine Vollzeit-Stelle eingerichtet werden. "Dies ergibt sich aus der Komplexität und Aufgabenvielfalt dieses wichtigen Themas, sowie der schieren Menge an Handlungsfeldern in den acht Kommunen der VG", heißt es in einer Pressemitteilung. Der Antrag von Max Altmann und Verena Haltritter (Grüne, Mammendorf), Andreas Birzele und Marcus Drexl (Grüne, Althegnenberg) sowie von Stefanie Keller (Wir für unsere Gemeinde, Mittelstetten) wurde von der Gemeinschaftsversammlung jedoch abgelehnt. Stattdessen wurde beschlossen, die Stelle im Bauamt, die bislang mit 30 Wochenstunden ausgestattet war, auf 19,5 zu reduzieren. Die Antragsteller hatten auch vorgeschlagen, mit dem Stelleninhaber eine Prioritätenliste aufzustellen. Dabei sollte ein Schwerpunkt zunächst auf der Analyse der Situation sowie der Dokumentation einer bürgernahen Strategieentwicklung liegen.

Für acht Gemeinden mit einer Fläche von etwa 110 Quadratkilometern und fast 17000 Einwohnern sei die Reduzierung auf eine Halbtagsstelle eine anachronistische Entscheidung, glauben die Antragsteller. Nicht nur das Volksbegehren Artenvielfalt, sondern auch die schlichte Tatsache des Klimawandels verlangten gerade von kommunalen Entscheidungsträgern konsequentes Handeln. Alle Parteien hätten sich in ihren Wahlprogrammen mehr oder weniger deutlich für mehr Umweltschutz ausgesprochen. Es sei daher unverständlich, warum in der VG "an der falschen Stelle" gespart wird.

© SZ vom 22.12.2020 / mann
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