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Maisach:Silomais und Bullenmast

Hans Hollinger.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Hans Hollinger hat sich einen eigenen Markt geschaffen

Hans Hollinger, 51, hat eine Nische für seinen Betrieb gefunden, in der er weniger vom Weltmarkt abhängig ist. Er stellt im großen Stil Silomais her und verkauft ihn an Landwirte in der Alpenregion. Die brauchen ihn als Tierfutter, können aber wegen der Lage ihrer Höfe selbst keinen anbauen. Hollinger () sagt, er handle die Preise so aus, dass keine zu großen Schwankungen entstehen. Mit dem Silomais mache er durchaus Gewinn. Daneben baut er Getreide an. "Bei den aktuellen Preisen bin ich froh, wenn ich da auf eine Nullrunde komme".

Die Bullenmast gibt er auf, im März werden die letzten Tiere verkauft. Bisher hat Hollinger die Stiere mit fünf bis sechs Monaten und einem Gewicht von etwa 200 Kilogramm gekauft. "800 Euro kostet so einer", sagt er. Nach 13 Monaten im Stall verkauft er die Jungbullen, für ein 400 Kilogramm schweres Tier erhält er 1480 Euro, 30 gehen weg für Transport und andere Vorkosten, macht eine Spanne von 650 Euro. "Der hat aber 400 Tage lang gefressen." Ein Futtertag koste ohne Arbeitslohn 1,80 Euro, macht 720 Euro pro Tier - ein Verlustgeschäft. "Deshalb hören wir damit auf. Es geht net", sagt der Landwirt, der ganzjährig einen Festangestellten beschäftigt und zur Erntezeit zahlreiche Helfer. "Wir haben ein gutes Auskommen", sagt er.

Im Sommer ist Hollinger als Lohnunternehmer unterwegs. So seien die teuren Maschinen besser ausgelastet. Vor allem gehe es ihm darum, auch etwas anderes zu sehen als den eigenen Hof. "Man wird sonst betriebsblind."

© SZ vom 22.02.2020 / ihr
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