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Maisach:Schutz durch Streifen

In Fürstenfeldbruck ist auf der Hauptstraße ein Streifen zum Schutz der Radfahrer markiert.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Radler bekommen in Maisach eigene Trassen

Von Erich C. Setzwein, Maisach

In den viel befahrenen Straßen der Gemeinde Maisach, vorwiegend in den Ortsteilen Maisach und Gernlinden, sollen sich Radfahrer sicherer fühlen dürfen. Dazu will die Gemeinde auf verschiedenen Straßen sogenannte Schutzstreifen markieren, um Radler und motorisierten Verkehrsteilnehmern zu zeigen, dass Radfahrer eine eigene Spur befahren dürfen. Der Gemeinderat hat nach einem Antrag von Bürgermeister Hans Seidl (CSU) nun Straßen im Ort Maisach ausgewählt, Straßen in Gernlinden bekommen aus diversen Gründen keine Markierung.

Was wird konzipiert?

Gegen sieben Stimmen hat der Gemeinderat entschieden, auf der Estinger Straße in jede Richtung je einen 1,25 Meter breiten Fahrradstreifen zu schaffen. Die Estinger Straße ist mit achteinhalb Metern ausreichend breit, dass in jede Richtung eine Radltrasse führen kann. Landratsamt und das Staatliche Bauamt haben als Baulastträger bereits vorher zugestimmt.

Auch die Hauptstraße hat die Dimension der Estinger Straße, auch dort sollen zwei Schutzstreifen weitergeführt werden. Enger wird es erst in der Aufkirchner Straße, so dass nur auf der Ostseite ein. An der Alten Brucker Straße könnte laut Bauamtsleiterin Michaela Meinhold nur ein Streifen auf der östlichen Straßenseite markiert werden, dafür würde der Gehsteig auf der anderen Seite für Radfahrer freigegeben. In der Kermar- und der Luitpoldstraße halten die Maisacher Verwaltung und auch das Landratsamt einen Schutzstreifen nicht für nötig. Überprüft wurden auch die Josef-Poxleitner-Allee, die Merianstraße und die Maisacher Straße. In diesen Straßen wird es aufgrund der Straßenbreiten oder einer Tempo-30-Zone keine Schutzstreifen geben.

Was wird diskutiert?

Während Antragsteller Seidl sich in der Debatte im Gemeinderat zunächst dafür aussprach, zunächst mit einer Straße zu beginnen und in einer Art Pilotprojekt Erfahrungen zu sammeln, machte Grünen-Fraktionssprecherin Barbara Helmers Druck. Mehr solcher Schutzstreifen und alle gleichzeitig seien kein Schaden, sagte sie, die sich von der Verschmälerung der Fahrbahn auch eine Verlangsamung der Autogeschwindigkeit erhofft. Ric Unteutsch, Sprecher der SPD-Fraktion konstatierte, dass man "dank dem Bürgermeister einen gedanklichen Wandel vollzogen" habe. "Wir müssen lernen, damit umzugehen." Josef Strauß, der in der CSU-Fraktion auch die landwirtschaftlichen Interessen vertritt, ächzte ob der neuen Verkehrsbedingungen für die Bauern. Für die Landwirte werde es immer schwieriger, durch den Ort zu fahren, kritisierte er. Und Gottfried Obermair erinnerte an die frühere Grünen-Fraktionschefin Sylvia Huttenloher, die vor Jahren solche Schutzstreifen gefordert hätte, damit aber nicht durchgekommen wäre.

Was wird markiert?

Das Piktogramm eines Fahrrads und eine gestrichelte Linie zeigen den Schutzstreifen an. Autos dürfen darauf auch bis zu drei Minuten halten, aber nicht parken und Radfahrer nicht behindern. "Geisterradeln", also das Fahren entgegen der Fahrtrichtung ist verboten, das Vorbeifahren an einer Autoschlange, zum Beispiel vor einer Ampel, ist erlaubt.

© SZ vom 18.12.2019
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