Maisach:Lücke bei den Einnahmen

Steuern fließen in Maisach wohl spärlicher

Von Erich C. Setzwein, Maisach

Mit dem Ausgeben haben sich die Maisacher Gemeinderäte in den vergangenen Jahren stets leicht getan. Sie waren ja auch vorhanden, die Steuer-Millionen im Haushalt, die sowohl die potenten Gewerbebetriebe als auch die mit gute Gehältern und Einnahmen ausgestattete Maisacher Mittelschicht zum Haushalt der Gemeinde beitrugen. Corona hat das nun verändert. Noch immer vermögen die Gemeinderäte, Summen für einzelne Projekte wie das neue Kinderhaus zu bewilligen, die in anderen Kommunen als Jahresetat angesetzt sind, doch muss dafür Kämmerin Angelika Braunmiller einiges umschichten.

Sollte eintreten, was Angelika Braunmiller dem Gremium in der jüngsten Sitzung erläuterte, dann könnte es sein, dass der der Gemeinde zugeschlagene Einkommensteueranteil kleiner sein wird als angenommen. Im Haushalt für das laufende Jahr hat Braunmiller eine Summe von 11,6 Millionen Euro vorausberechnet, derzeit betrage der Stand lediglich 5,5 Millionen. Auch bei der Umsatzsteuer tut sich derzeit eine Lücke auf, wohingegen sich die Grundsteuer und die Gewerbesteuer positiv zu entwickeln scheinen.

Da sich auf der Einnahmenseite der Gemeinde der Einkommensteueranteil und die Gewerbesteuer in etwa die Waage gehalten haben, wäre davon auszugehen, dass in diesem Jahr 11,5 Millionen Euro von den Betrieben zu erwarten wären. Bei einem derzeitigen Stand von mehr als sechs Millionen Gewerbesteuer verbreitete die Kämmerin Zuversicht. Im Herbst erwartet sie die Ergebnisse der Großbetriebe, erst dann dürften sich auch die Prognosen festigen. Der Gemeinderat hätte dann eine Grundlage für die Projekte, für die er Geld ausgeben will.

Und davon hat Maisach immer einige. Zum Beispiel eben jenes Kinderhaus in Gernlinden, dessen Planung auch in der jüngsten Sitzung wieder breiten Raum einnahm. Mit sechseinhalb Euro Kosten rechnen die Planer derzeit, doch diese Zahl hat den Gemeinderat nicht verschreckt. Noch ist über den Bau nicht endgültig entschieden, da werden schon Überlegungen über eine Erweiterungsmöglichkeit bekannt. Früh genug will man abschätzen können, was benötigt wird und was es kostet.

Nach dem derzeitigen Stand der Vorplanung für das zweigeschossige Gebäude mit einem Pultdach und fast umlaufendem Balkon sollen insgesamt fünf Gruppen Platz finden. Im Erdgeschoss ist genügend Raum, um zwei Krippengruppen unterzubringen, außerdem sollen dort ein Mehrzweckraum, die Küche und die Technik untergebracht werden. Das Obergeschoss soll drei Kindergartengruppen aufnehmen und dem Personal Platz bieten. Der Brandschutz ist unter anderem durch den Balkon mit Außentreppe sowie eine Fluchtrutsche in den Garten gegeben.

Um wie viel mehr das Kinderhaus letztlich kosten wird, als in der Vorplanung, das kann der Planer angesichts weiter steigender Baustoffpreise noch nicht abzuschätzen. Holz ist auf den Märkten knapp geworden und hat sich entsprechend verteuert. Und auch die Kosten, die anderen Gewerken entstehen, gehen in die Höhe. Kämmerin Angelika Braunmiller sieht die Gemeinde aber in der Lage, die Kosten zu schultern. So würden Ausgaben verschoben, wie etwa ein Millionenbetrag für die Planungskosten des Freibades. So lange kein Grundsatzbeschluss dazu gefasst sei, wird auch kein Geld benötigt.

© SZ vom 31.07.2021
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