Fürstenfeldbruck Bürgerstiftung feiert Zeitspende-Fest

Mit der Veranstaltung wird den ehrenamtlichen Mitarbeitern für ihr Engagement gedankt

Von Marisa Gierlinger, Puchheim

Alle arbeiten ehrenamtlich, und alle erwarten dafür höchstens ein Dankeschön. Und so bedankt sich die Bürgerstiftung für den Landkreis einmal im Jahr bei ihren freiwilligen Mitarbeitern, die ihre Zeit spenden, mit einem "Zeitspenderfest". Dabei feiern nicht nur die Ehrenamtlichen, bei dieser Gelegenheit wird auch gespendet.

"Am Mittwoch wird die Ware geholt. Es gibt zwei Teams von Fahrern, die Spenden von überall im Landkreis abholen. Die fangen schon so um sieben an", berichtet Lidija Bartels. Einmal die Woche arbeitet sie bei der Brucker Tafel. Sie hatte nach einer ehrenamtlichen Tätigkeit gesucht und war durch die Mundpropaganda auf die Bürgerstiftung gekommen. "Mir geht es gut, und ich sehe es als meine Pflicht, zu helfen!", sagt sie. Ähnlich sehen das auch ihre Tischnachbarinnen - allesamt Tafelkolleginnen. Dass sie wie die meisten der anwesenden Ehrenamtlichen Frauen im Ruhestand sind, sei in Hinblick auf den Zeitfaktor verständlich. Nicht jeder habe die Möglichkeit, zu helfen. "Es ist ein Privileg, dass wir das machen dürfen und können", sagt Bartels. Bei der Tafel ist sie seit 15 Jahren.

Die Vorsitzende der Bürgerstiftung für den Landkreis, Dorothee von Bary (stehend), spricht zu den Gästen des "Zeitspenderfestes". Gefeiert wird in Puchheim auf dem Bründl-Grundstück, aus dem ein Park werden soll.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Gefeiert wird am Dienstagabend im Garten des Bründl-Grundstücks. Das hat die Stiftung geerbt, sie soll daraus eine Park für die Stadt Puchheim machen. Bis dahin findet darauf das jährliche Zeitspenderfest statt. Bartels fährt fort: "Wir sind um elf da, um zwölf oder eins beginnen dann die Spenden reinzukommen. Um halb fünf etwa sind wir damit fertig, alles vorzubereiten." Spenden für die Tafel kommen von überall und sind vielfältig. Die Rentnerin findet es schön zu sehen, dass die Leute etwas beisteuern wollen. "Viele kommen selbst und bringen was mit, Windeln zum Beispiel. Eine Dame gibt es, die ist bestimmt schon 96. Von der dürfen wir jeden Monat zig Päckchen Nudeln abholen." Dass sie mit Herzblut dabei seien, sei das wichtige. "Wir sind nicht nur Essensausgabestelle, es ist ein sozialer Rückhalt", sagt Bartels. "Man kriegt so viel zurück - nicht zuletzt auch durch das Team", pflichtet ihr Hedwig Früchtl bei, mit der Bartels sich die Gruppenleitung im wöchentlichen Wechsel teilt. Ein weiteres soziales Projekt, das die Bürgerstiftung unterhält, ist das Baby-Besuchs-Programm. Das kostenlose Angebot richtet sich an unerfahrene oder unsichere Eltern, die eine Ansprechperson suchen.

Spende für die Bürgerstiftung (von links): Thomas Lillpopp (Brauerei Kaltenberg), Dorothee von Bary und Elisabeth Weller.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Susanne Frauwallner ist Familienbesucherin in Olching. Sie ist zu dem Projekt gestoßen, als sie mit ihrem Jüngsten in Elternzeit war. "Ich hab mich gefragt, was man tun kann, um Familien früh zu fördern. Und mich auf die Liste setzen lassen." Seitdem sind fast zehn Jahre vergangen. "Es ist immer wieder schön zu sehen, dass man mit so wenig so viel bewegen kann", sagt Frauwallner. Die Familienbesucherinnen bekommen eine Besuchspauschale und Fahrtkosten erstattet, das Engagement selbst gehe aber weit darüber hinaus. Wer den Familien anbiete, sie könnten ihn jederzeit anrufen, meine das auch ernst.

An die 250 ehrenamtliche Mitarbeiter zählt die Bürgerstiftung - durch die Zu- und Abgänge ist es schwer, dies genau festzuhalten. Zum diesjährigen 20. Jubiläum werden sechs neue Zeitspender feierlich in den Reihen der Stiftung begrüßt. Gekrönt wird der Anlass dann noch von einer Spende der Kaltenberger König-Ludwig-Brauerei, die nicht nur Getränke, sondern auch einen Scheck über 2500 Euro beisteuert. Gespendete Zeit allein reicht leider nicht.