Germering:Mathelehrer KI

Germering: Chat-GPT für Schule und Studium: Astrid Brüggemann bei ihrem Vortrag an der Volkshochschule Germering.

Chat-GPT für Schule und Studium: Astrid Brüggemann bei ihrem Vortrag an der Volkshochschule Germering.

(Foto: Jana Islinger)

Ein Kurs der Volkshochschule zeigt die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz, aber auch ihre Grenzen.

Von Karl W. Götte, Germering

Die Angst geht um hierzulande? Nicht wirklich. Doch Befürchtungen gibt es durchaus, dass die Künstliche Intelligenz (KI) den Menschen und seinen Arbeitsplatz ersetzen kann oder sogar wird. "Willkommen in der Gegenwart" - mit diesen Worten empfängt Astrid Brüggemann denn auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Chat-GPT-Kurses der Volkshochschule (VHS) Germering. Die Betriebswirtin und Germanistin ist beruflich auch als Schnelllesetrainerin beschäftigt gewesen - "Speed Reading" auf Neudeutsch. "Das braucht man jetzt nicht mehr, ich wurde von Chat-GPT wegrationalisiert", sagt Brüggemann. "Die Künstliche Intelligenz (KI) kann das jetzt schneller lösen."

Ein wesentlicher Vorteil dieses KI-Programms ist das aktive Lernen, besonders auch für Schüler und Studenten, "indem man Chat-GPT ständig Fragen stellt und sich so mit dem Stoff und dem Thema auseinandersetzt", erläutert die Referentin. Der 90-minütige Crash-Kurs der VHS war für Schüler und Studenten gedacht, doch nur fünf ließen sich mobilisieren, das restliche Dutzend der Teilnehmer gehörte vornehmlich der wissbegierigen Ü60-Generation an.

Das Programm Chat-GPT von der US-Firma Open-AI ist in der Version 3,5 für jedermann kostenlos. Das Herunterladen und die Registrierung sind relativ einfach. Ebenso das Einstellen des Programms auf Deutsch. Schon geht es los. "Entscheidend ist die 'Prompt'-Zeile", erklärt Brüggemann. Das ist die Befehlszeile, in die man sein Anliegen, Problem oder Thema eintippt. Dort finden der Austausch und die Befragung der KI statt. "Da muss möglichst exakt gesagt werden, was man will", so die Kursleiterin.

Das fängt mit einer Rolle an, die man sich gibt. Dafür eignen sich der Beruf oder der eigene Status gut, Beispiel: "Ich bin Schüler vor dem Abitur. Erkläre mir, wie Wasserstoff gewonnen wird und gliedere das in fünf Punkte." Innerhalb von fünf Sekunden wirft Chat-GPT die Gliederung aus. Dann geht es weiter mit dem Befehl: "Führe den Punkt 3 der Gliederung ausführlicher aus." Ist die Antwort zu kompliziert, gibt man einen weiteren Befehl ein: "Bitte antworte mir als ein Grundschüler." Dann gibt es den Text Sekunden später in nahezu einfacher Sprache. "Man kann das Programm bitten, Schritt für Schritt vorzugehen", empfiehlt Brüggemann, "aber bitte erst nachdenken, dann sind die Ergebnisse besser."

"Chat-GPT hat kein Wissen", betont die Referentin, "es ist auf Dialog optimiert." Dabei habe das Programm Zugriff auf Tausende Gehirne, die sich mit der gestellten Frage beschäftigt haben. Mit dieser Historie lasse sich gut arbeiten. Da wird der Rahmen geschaffen, um an einer Sache weiterzuarbeiten. "Ich finde Chat-GPT sowohl faszinierend als auch gruselig", sagt eine ältere Kursteilnehmerin. Und das noch: " Wenn ich als Kind so geduldig in Mathe unterrichtet worden wäre, wie Chat-GPT das kann, hätte ich weniger gelitten und könnte heute besser mit Zahlen umgehen." Wichtig sei jedoch, dass der denkende Mensch noch entscheidet, wo die Reise hingeht. Aber wie lange noch?

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