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Insekten-Ausstellung in Maisach:Spinnen, Schnecken, Skorpione

Spiderworld

30 Zentimeter lange Beine: Die größte Vogelspinne der Welt namens Teraphosa blondi ist am Sonntag im Maisacher Bürgerzentrum zu sehen.

(Foto: Günther Reger)

"Spider World" gastiert am kommenden Sonntag im Bürgerzentrum. Insektenfreunde kommen bei der Wanderausstellung auf ihre Kosten. Und Phobiker können ihr Trauma überwinden

Spinnen, Schnecken und Skorpione. Für viele Menschen sind sie ein Grund für Ekel oder sogar Angst. Wer sich davon aber nicht abschrecken lässt oder sich seinen Ängsten stellen will, für den bietet sich am Sonntag, 11. August, die Möglichkeit, den Tieren auf der Spinnen- und Insektenausstellung "Spider World"nahe zu kommen. Stephanie Riedesel und Albani Frank bereisen mit ihren vier Kindern sowie zahlreichen Insekten und Spinnen ganz Deutschland. "Wir waren in so vielen Städten, ich kann gar nicht mehr alle aufzählen", meint Stephanie Riedesel. Anfang des Jahres waren sie mit ihrer Ausstellung schon einmal in Fürstenfeldbruck.

Die Familie lebt in einem Wohnwagen, die Tiere nehmen sie in einem Lastwagen mit, in dem die Tiere in einem acht Meter langen Koffer gestapelt sind. Die Wanderausstellung ist ein Familienbetrieb und wird bereits über mehrere Generationen hinweg geführt. Riedesel hat 14 Geschwister, die alle in ähnlichen Branchen arbeiten. Einer hat einen Zirkus, ein anderer eine Monstertruckshow, ein Puppentheater und ein Hüpfburgenland sind ebenfalls in Familienhand. Einmal im Jahr zur Weihnachtszeit kommen sie mit ihren Attraktionen zu einem Familienfest zusammen.

Ein besonderes Ausstellungsstück ist die Goliath-Spinne

In den Terrarien befinden sich unter anderem Tausendfüßler, Heuschrecken, Skorpione, Käfer und 250 bis 300 Spinnen. Ein besonderes Ausstellungsstück ist die Theraphosa blondi, auch als Goliath-Spinne bekannt. Sie kann eine Körperlänge von bis zu zwölf Zentimetern erreichen, mit etwa 30 Zentimeter langen Beinen und gilt damit als die größte Vogelspinne weltweit. Diese Spinne können Besucher allerdings nur in ihrem Terrarium bewundern.

Laut Stephanie Riedesel wird sich allerdings die Möglichkeit bieten, eine Weißknie- und eine Rotknievogelspinne auf der eigenen Hand zu halten. Deren Bisse sind nicht giftiger wie Bienenstiche. "Wir informieren die Besucher vorher auch darüber und fragen, ob sie Allergien haben", sagt die 33-Jährige. Auch eine Schnecke mit dem Gewicht von einem Kilogramm wird ausgestellt sein.

Für Besucher schwerer zu erkennen dürften dagegen Insekten sein, die auf Tarnung spezialisiert sind, wie das wandelnde Blatt oder die Stabheuschrecke. Erst durch genaueres Hinsehen ist das wandelende Blatt als Tier zu identifizieren, das sich lediglich als Laubblatt tarnt. Eine Stabheuschrecke kann dagegen leicht mit einem Zweig verwechselt werden.

Phobiker sind willkommen

Phobiker sind auf den Veranstaltungen ebenfalls willkommen. Riedesel erzählt von einer Besucherin aus Hessen mit einer Spinnenphobie. Am Ende war es der Frau sogar möglich, eine Spinne über ihre Hand laufen zu lassen. Sie sei überglücklich gewesen und den Veranstaltern heute noch dankbar, so Riedesel. Zu jeder vollen Stunde erhalten die Besucher Erklärungen zu den Tieren. Frank bezeichnet diese als "biologischen Unterricht". Viele würden sich Spinnen kaufen, ohne zu wissen, wie diese gehalten werden, meint der 38-Jährige. Bei passender Soundkulisse lernt man hier etwas über die Herkunft und Gewohnheiten einzelner Tiere. Zuhörer erhalten unter anderem Informationen zu den Lebensräumen der Insekten und Spinnen, wie sie sich paaren, wovon sie sich ernähren, bei welcher Temperatur und Luftfeuchtigkeit sie sich wohlfühlen. Zu kaufen gibt auf der Ausstellung allerdings keine Tiere.

Die Spinnen und Insekten bekommen Riedesel und Frank von Züchtern. "Manchmal fragen wir bei Fressnapf nach, wo es Züchter für bestimmte Tierarten gibt." Privatverkäufer finden sie im Internet über eBay. "Wenn man dann jemanden kennt und weiß, dass die Tiere bei ihm gut gehalten werden, kaufen wir da auch öfter unsere Tiere." Solche Stammzüchter haben sie überall in Deutschland. Sind die Insekten und Spinnen dann bei Riedesel und Frank angekommen, leben sie bei 22 bis 25 Grad in ihren Terrarien. Jede Woche kontrollieren Veterinäre die Lebensverhältnisse. "Die Auflagen sind so hoch wie bei einem Zirkus, auch wenn unsere Tiere natürlich deutlich kleiner sind", meint Stephanie Riedesel scherzhaft.

Spider World, Das große Krabbeln, Spinnen- und Insektenausstellung, Bürgerzentrum Maisach, Sonntag, 11. August, 10 bis 18 Uhr.

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