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Innenstadtplanung:Bewerbung für die Lände

Die Stadtwerke (oben) ziehen um, der Bauhof (rechts) soll folgen. Sie hinterlassen Flächen in bester Lage.

(Foto: Stadt FFB)

Baugemeinschaft will in Bruck bezahlbaren Wohnraum schaffen

Viele Jahre lang ist immer wieder Interesse angemeldet worden an einem Grundstück in Fürstenfeldbruck, um dort günstigen Wohnraum zu schaffen unter dem Dach einer Genossenschaft oder Baugemeinschaft. Und ebenso regelmäßig ist die Gruppe, die sich in unterschiedlicher Zusammensetzung um den Sprecher der "Baugemeinschaft Neues Wohnen Bruck", Dionys Zehentbauer aus Landsberied, 75, geschart hat, vertröstet worden. So war das auch, als es um ein Mehrgenerationenprojekt auf dem einstigen Sportplatz des alten Graf-Rasso-Gymnasiums ging.

"Die Zeit ist reif für so etwas", hatte Zehentbauer schon 2012 gesagt, nachdem er sich damals bereits gut zehn Jahre mit einem solchen Projekt beschäftigt hatte. Nun also kommt der nächste Anlauf. Denn erneut geht es um die Überplanung von Flächen, die sich im städtischen Besitz befinden: ums große Areal rund um die Lände - in bester Innenstadtlage. Die Stadtwerke ziehen bald in den Westen, der Bauhof soll folgen. Es zeichnet sich ab, dass die Stadt sich dort einen Mix aus Wohnen und der vor allem von Stadtrat Klaus Wollenberg (FDP) immer wieder angemahnten "Kreativwirtschaft" vorstellen kann. Sollte da nicht auch Platz sein für innovative Wohnformen, für eine Baugemeinschaft, für ein Mehrgenerationenprojekt?

Genau diese Frage stellen nun in einem Brief an alle Stadträte Zehentbauer sowie Ulrike Kornacher und Martin Thoma. Sie wollen sich auch zu Wort melden bei der öffentlichen Informationsveranstaltung an diesem Donnerstag von 19 Uhr an in der Aumühle. Es soll skizziert werden, wie es mit dem Innenstadtareal weitergehen könnte. Vorgestellt wird der Auslobungstext für den ausgeschriebenen städtebaulichen Wettbewerb - die begleitende Ausstellung ist bereits von 18.30 Uhr an geöffnet.

In dem von Ulrike Kornacher verfassten Schreiben reklamiert die "Gruppe interessierter und engagierter Bürger" eine Beteiligung an den Planungen und plädiert nachdrücklich für die Berücksichtigung eine "Bürger-Baugemeinschaft". Ohne gewerblichen und damit gewinnorientierten Investor soll "bezahlbarer Wohn-und Gewerberaum" geschaffen werden. Kornacher knüpft daran auch die Hoffnung, architektonische Ausreißer wie den klotzigen Citypoint künftig ebenso zu vermeiden wie Luxuswohnungen vom Schlage "Wohnen am Stadtpark" oder die Wüstenrotsiedlung auf dem früheren Graf-Rasso-Sportplatz. "Unser gemeinsames Ziel ist es, mit Stadtrat und Stadtverwaltung ein ansprechendes und lebendiges Quartier zu schaffen". Von zentraler Bedeutung ist es nach Auffassung von "Neues Wohnen Bruck", bei der Auswahl der Bewerber das Augenmerk nicht auf maximale Wirtschaftlichkeit zu legen, sondern auf Aspekte wie generationenübergreifendes Wohnen sowie die Schaffung eines lebendigen, urbanen Quartiers. Zu dem gehörten auch Gemeinschaftseinrichtungen wie Werkstatt, Café oder Kita - in möglichst ökologischer Bauweise.

© SZ vom 21.02.2019
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