In drei Gemeinden:Im Gedenken an die Opfer

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Stolperstein

Eva Gauck (von links), Gerhard Gauck, Rolf P. Parchwitz, Markus Pröll und Michaela Stögbauer

(Foto: SPD)

Die SPD erinnert an die Novemberpogrome von 1938 und poliert die Stolpersteine in Gröbenzell, Schöngeising und Grafrath

Gemeinsam mit SPD-Parteigängern aus dem Wahlkreis Fürstenfeldbruck-Dachau erinnert der Bundestagsabgeordnete Michael Schrodi auch in diesem Jahr an die Novemberpogrome 1938. Mehr als 75 000 Stolpersteine in gut 2000 europäischen Städten und Gemeinden erinnern an die Verfolgten und Opfer des Nationalsozialismus. Der Künstler Gunter Demnig verlegt die Stolpersteine im Gedenken an Juden, Sinti und Roma, die politisch Verfolgten, Homosexuelle sowie Zeugen Jehovas. Einige dieser Erinnerungssteine wurden am Gedenktag der Pogrome am 9. November von Mitgliedern der SPD poliert und dabei der Opfer gedacht.

So auch in Schöngeising: Hier liegt ein Erinnerungsstein für die Künstlerin Johanna Oppenheimer. 1872 wurde sie als Kind jüdischer Eltern in Frankfurt am Main geboren und zog 1900 nach München. Die Malerin lebte von 1919 bis 1942 in Schöngeising - als einzige Jüdin im Ort - und verstarb im gleichen Jahr im Konzentrationslager Theresienstadt. Eva Gauck, Gerhard Gauck, Rolf P. Parchwitz, Markus Pröll und Michaela Stögbauer von der SPD polierten den Stein und legten einen Blumenstrauß nieder.

Der Stolperstein in Gröbenzell, der an den Musiker und Violinpädagogen Kurt Schroeter erinnert, liegt den Gröbenzeller SPD-Gemeinderäten und Mitgliedern am Herzen, denn er war der erste Stolperstein im Landkreis Fürstenfeldbruck und wurde 2012 verlegt. Die SPD erinnerte in einer kurzen Zeremonie an den in Auschwitz ermordeten Musiker jüdischen Glaubens und legte rote Rosen nieder. Wassyl Zhygalyuk lebte als ukrainischer Zwangsarbeiter seit 1942 in Grafrath und wurde von dort nach Flossenbürg deportiert. Im Februar 1945 verstarb er im Alter von 19 Jahren im KZ Natzweiler-Struthof. Ihm zu Ehren liegt ein Stolperstein vor dem Rathaus, den Sepp Heldeisen von der SPD polierte und damit des Ermordeten gedachte.

Michael Schrodi, der derzeit im Bereich Haushalt und Finanzen den Koalitionsvertrag verhandelt und deshalb selbst nicht an der Aktion im Wahlkreis teilnehmen konnte, sagt: "Erinnerungsarbeit ist uns in der SPD ein großes Anliegen. Mit dem Polieren der Steine machen wir immer wieder aufmerksam auf Menschen, die hier bei uns im Landkreis gelebt haben und als Opfer des Nationalsozialismus gestorben sind. Der 9. November mahnt uns aber auch, Antisemitismus und rechten Ideologien entschieden entgegenzutreten."

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