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Gröbenzell:Mehr Baurecht am Züblinzwickel

Außer Wohnungen könnte auch ein Kindergarten errichtet werden

Von Ariane Lindenbach, Gröbenzell

Günstige Wohnungen und vermutlich auch ein Kindergarten sollen auf dem sogenannten Züblinzwickel an der Lena-Christ-Straße, der Hauptverbindung von Puchheim Richtung Lochhausen, entstehen. Der Gröbenzeller Gemeinderat hat auf seiner jüngsten Sitzung gegen zwei Stimmen aus der Grünen-Fraktion beschlossen, den entsprechenden Bebauungsplan zu ändern: Statt bisher 0,46 soll dort eine Geschossflächenzahl (GFZ) von 0,95 gelten, was eine dichtere Bebauung ermöglicht. Nur dann kann die Gemeinde mit Fördermitteln vom Freistaat rechnen.

Das Areal an der Lena-Christ-Straße ist seit vielen Jahren in Gemeindebesitz und soll endlich mit Wohnungen bebaut werden. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats diskutierten die Mitglieder vor allem über die Frage, ob dort auch ein Kindergarten notwendig ist. Der würde einerseits einige Wohnungen "kosten", andererseits benötigt die Gemeinde dringend weitere Betreuungsplätze.

"Letztendlich haben wir da jetzt ein Baurecht mit 16 Wohnungen", resümierte Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) und nannte die vorgeschlagene Erhöhung "die Gretchenfrage". Er verwies auf die Problematik fehlender Betreuungsplätze, die vor allem durch Zuzüge und die Tatsache verschärft wird, dass das Kinderhaus Wichtelhaus seit Jahrzehnten provisorisch im Freizeitheim beherbergt ist. In der gegenüber dem Züblinzwickel liegenden Wohnsiedlung, die zu den Olympischen Spielen 1972 entstanden ist, erwartet man im Rathaus einen Generationenwechsel. "Wir haben ein Platzproblem", erinnerte Schäfer die Gemeinderäte daran, dass es in der Gemeinde nur noch wenig freie Flächen gibt.

Zweiter Bürgermeister Martin Runge (Grüne) verwahrte sich gegen die Erhöhung des Baurechts auf mehr als das Doppelte "in der absoluten Peripherie". Er warnte davor, dass eine Änderung des Bebauungsplans viel wertvolle Zeit kosten würde.

Auf diesen Punkt gingen die anderen Gemeinderäte kaum ein. Im Vorjahr war eine Anfrage bei der Regierung von Oberbayern auf Förderung des Wohnungsbaus am Züblinzwickel wegen zu geringer Bebauung abgewiesen worden - mit dem Hinweis, die Gemeinde solle dort mehr Wohnungen bauen.

Der Gemeinderat diskutierte vor allem die Frage, ob dort ein Kindergarten sinnvoll ist und wenn ja, einer mit zwei oder vier Gruppen. Wie Bauamtsleiter Markus Groß darlegte, könnten mit einem geänderten Bebauungsplan, aber ohne Kindergarten rund 27 Wohnungen entstehen. Mit einem zweigruppigen Kindergarten wären es maximal 23, bei vier Gruppen etwa 19.

"Ich bin gegen den Bau eines Kindergartens am Züblinzwickel", sagte CSU-Gemeinderat Reinhold Paesler. Seit Jahren wolle die Gemeinde dort günstigen Wohnraum schaffen, der werde nun zugunsten der Kinderbetreuung wieder geschrumpft. Außerdem kritisierte er die Lage als nicht verkehrsgünstig und viel zu abgelegen. Dieser Meinung waren auch andere Mitglieder der CSU-Fraktion. "Egal, wo wir einen Kindergarten bauen: Wir werden immer ein Problem mit den Anwohnern haben, wir werden immer ein Problem mit dem Verkehr haben", konterte Fraktionskollegin Anita Rieger.

Bürgermeister Schäfer gab schließlich dem Gremium bekannt, dass die neue Expressbuslinie Puchheim - Gröbenzell - Lochhausen - Moosach genau dort ihre Haltestelle bekommt. "Verkehrsgünstiger, mit öffentlicher Anbindung, haben wir es in Gröbenzell nicht", warb Dritter Bürgermeister Axel von Walther (SPD) für den Kindergarten.

© SZ vom 25.01.2019
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