Gröbenzell:Kreiß kandidiert für Bundestag

Der Kreisverband Dachau-Fürstenfeldbruck der Partei dieBasis, hat Prof. Dr. Christian Kreiß als Direktkandidaten für den Bundestag gewählt!

Christian Kreiß hat sich erst im April entschlossen, für die neue Partei die Basis zu kandidieren.

(Foto: Dirk Waechter/die Basis/oh)

Gegner der Corona-Politik stellen Gröbenzeller Ökonomen auf

Von Andreas Ostermeier, Gröbenzell

Wirtschaftsprofessor Christian Kreiß aus Gröbenzell kandidiert für den Bundestag. Er tritt als Direktkandidat der neu gegründeten Basisdemokratischen Partei Deutschlands, kurz: Die Basis, an. Die Partei ist im Sommer des vergangenen Jahres im Umfeld der Proteste gegen die Corona-Maßnahmen der Bundes- und Landesregierungen entstanden. Kreiß kandidiert zum zweiten Mal für das Parlament in Berlin. Vor vier Jahren warb er als Kandidat der Initiative "Vereinigte Direktkandidaten" um Stimmen. Bei der Wahl im September 2017 kam er im Wahlkreis Fürstenfeldbruck/Dachau auf 0,42 Prozent der Erststimmen.

Laut einer Pressemeldung der Partei wurde Kreiß am vergangenen Sonntag einstimmig als Bewerber nominiert. Der Kreisverband der neuen Partei existiert seit Januar. Die Basis will auch mit einer Landesliste zur Wahl im September antreten, Kandidatinnen und Kandidaten sollen am Sonntag, 16. Mai, in Augsburg gewählt werden. In seiner Kandidatenrede kritisierte Kreiß die Anti-Corona-Maßnahmen als "unverhältnismäßig". Er wolle mit Gleichgesinnten und gesundem Menschenverstand einen neuen Politikansatz ins Parlament bringen, sagte Kreiß laut Pressemeldung, dazu gehörten Transparenz und Freiheit von Lobbyismus. Er wünsche sich ein Land, das menschlicher, ehrlicher und freier sei, "vor allem für unsere Kinder".

Kreiß ist bei etlichen Kundgebungen gegen die Pandemiepolitik aufgetreten, so im vergangenen Sommer in Olching und auf dem Königsplatz in München. Dort sagte er laut eines Zeitungsberichts, Corona sei keine Gefahr für jeden, sondern nur für alte und kranke Menschen. In Dachau sprach er bei einer Demonstration im April und gab seinen Eintritt in die Basisdemokratische Partei bekannt. Diese war dort auch mit einem Stand vertreten.

Die Basisdemokratische Partei ist am 4. Juli 2020 gegründet worden. Eine Vorläuferorganisation war die Parteiinitiative "Widerstand 2020", in der sich Gegner der staatlichen Corona-Politik sammelten. Die Initiative ist mittlerweile wieder aufgelöst, einige ihrer Mitstreiter gehören nun der Basis an. Nach eigenen Angaben hat die neue Partei mittlerweile mehr als 15 000 Mitglieder, etwa 3000 davon in Bayern. Die Basis hat sich bereits an den Landtagswahlen in Baden-Württemberg im März beteiligt und dort ein Prozent der Stimmen gewonnen. Bekannt geworden ist sie kürzlich auch dadurch, dass Volker Bruch einen Aufnahmeantrag gestellt hat. Der Schauspieler aus "Babylon Berlin" hat sich auch an der umstrittenen und viel diskutierten Aktion #allesdichtmachen beteiligt.

Laut dem Bundesvorstand besteht die Basisdemokratische Partei aus den vier Säulen Freiheit, Machtbegrenzung, Achtsamkeit und Schwarmintelligenz. Aus diesen Werten leiteten sich die programmatischen Inhalte ab, heißt es in einer Mitteilung.

© SZ vom 07.05.2021
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