bedeckt München 17°

Gröbenzell:Einsicht zur Aufklärung

Gröbenzell infomiert Bauwerber über Änderung der Überschwemmungsgebiete

Von Karl-Wilhelm Götte, Gröbenzell

Die bisher ausgewiesenen Überschwemmungsgebiete beeinträchtigen das Bauen in Gröbenzell. Sind da möglicherweise Änderungen zu erwarten, die es Bauherren in Zukunft eher möglich machen könnten, ihre lange avisierten Bauvorhaben doch zu realisieren? Martin Runge, Fraktionschef der Grünen im Gröbenzeller Gemeinderat und so etwas wie der Bau-Bürgermeister in der Gemeinde, brachte in der vergangenen Gemeinderatssitzung seinen Wissensvorsprung als Landtagsabgeordneter in die Sitzung ein und plädierte für eine Information potenzieller Bauherren über mögliche Änderungen der Hochwasser- und Überschwemmungsgebiete an den Gewässern Starzelbach, Gröbenbach und Ascherbach. Bei Runge stand bei seiner Initiative der zuständige Staatsminister Pate.

"Momentan gibt es eine Aktualisierung", verlas er eine Mitteilung des Ministers: "Es wäre angeraten, den Bauwerber zu informieren mit einem Bauantrag abzuwarten." Runge sprach von der Notwendigkeit "den Bürger zu schützen", dass "die nicht monatelang falsch planen". Die anschließende Kontroverse im Gemeinderat ging dann darum, ob die Bürger jetzt informiert werden sollen oder nicht. "Ich werde den Teufel tun und einem Bauwerber eine Empfehlung geben", legte sich Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) fest. Es sei eine Untersuchung des Amper-Verbandes anhängig, die er abwarten möchte. "Die wasserrechtliche Genehmigung erteilt das Landratsamt", so Schäfer, "wir machen keine Aussagen zu möglichen Änderungen." Auch UWG-Fraktionssprecherin Marianne Kaunzinger ("Wir sollten nicht schon wieder nach 2016 ein Schwein durchs Dorf treiben") unterstützte ihn. "Wir sollten nicht auf halb gelegte Eier setzen und das Gutachten abwarten", reihte sich auch SPD-Fraktionsvorsitzender Peter Falk in die Ablehnungsfront ein.

Doch Runge kämpfte weiter um sein Anliegen. Der jetzige Zustand, der seit 2016 durch Festlegung des Landratsamtes gilt, verhindere auch die Änderung von Bebauungsplänen in Gröbenzell, argumentierte Runge in seiner schriftlichen Antragsbegründung. Am Ende ließ sich der komplette Gemeinderat kurioserweise doch auf den Antrag der Grünen ein, Bauwerber im jetzigen Bereich der Überschwemmungsgebiete von der anstehenden Änderung und möglichen Neufassung der jeweiligen Hochwassergebiete nun in Kenntnis zu setzen.

© SZ vom 13.03.2019
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema